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Noch Fragen?

Was sind Zertifikate?

Ich soll welche kaufen, der Bankmann hat versucht, es mir zu erklären. Ganz verstanden habe ich es nicht.
Die mir zugesandten Verkaufsprospekte machen mich auch nicht schlauer.
Frage Nummer 3000036816
Antworten (21)
Index-Zertifikate auf Euro Stoxx 50.
WKN?
DL9RGM/0TZ0XU oder DL9RGM/OTZOXU
Ein Zertifikat ist ein Papier, dessen Wert direkt an dazugehörigen Index gekoppelt ist. Steigt der Index um 1,543%, dann steigt auch der Wert des Zertifikates um 1,543%.
Zertifikate sind entstanden, als man festgestellt hat, das es 95% aller Fondsbetreiber nicht schaffen, mit einem aktiv gemanagten Fond besser abzuschneiden als der Index. Dass dafür noch 5% Aufschlag und 1-2% Jahresgebühr für das exorbitante Salär der Manager fällig sein sollen, sehen viele nicht mehr ein.
Bei den Indexzertifikaten fallen nur die normalen Börsengebühren zwischen 0,2 und 0,5% an.

Ich halte den Rat Deines Bankberaters prinzipiell für sinnvoll, wundere mich aber darüber, dass er ihn Dir gibt. Banken "hassen" Indexpapiere, weil sie an ihnen kaum etwas verdienen. Man kann sie dort kaufen, aber empfohlen werden sie dort eher nicht.
Zertifikate sind zunächst einmal Wertpapiere, ähnlich wie Aktien. Aber sie funktioneren anders.
Eine Aktie macht Dich zum Miteigentümer des Unternehmens. Ein Zertifikat hingegen, das Du vom Herausgeber erwirbst, bestätigt, dass Du ihm eine bestimmte Menge Geld geliehen (!) hast; das Geld wird verzinst und Du kannst es jederzeit zurückfordern. ODer Du kannst dieses Zertifikat weiterverkaufen.
Wenn ein Zertifikat an einen Index gebunden ist, bedeutet das, dass der Wert dieses Zertifikates sich am Wert dieses Indexes orientiert: Steigt der Index, steigt auch der Wert des Zertifikates, sinkt der Index, sinkt auch der Wert des Zertifikates.
Ein Zertifikat auf einen Index erlaubt Dir also, am Anstieg des Index mitzuverdienen, ohne dass Du Aktien aus diesem Index besitzen musst.
Wenn ich das richtig interpretiere, sollte ich der Empfehlung meines Bankberaters folgen. Zumal ich statt 1,50 % Agio nur 0,75 % bezahlen muß.

Trotzdem ist mir der Unterschied zum Aktienfonds nicht ganz klar geworden.
Gast
deshalb hat hphersel den zweiten Absatz extra ganz langsam geschrieben, weil er weiß, daß du nicht mehr so schnell lesen kannst.
Das liebe ich an dieser WC: kompetente Antworten, freundliche Kommentare und eine alle bereichernde Diskussion!
Wenn Du die Papiere nicht verstanden hat, Finger weg! Zertifikate gibt es in sehr unterschiedlicher Ausgestaltung. Erster, wichtiger Punkt: Wie ist die Bonität des Ausstellers? Das kann auch die Tochter-GmbH eines renommierten Investmenthauses sein, die allerdings nur 25.000 Euro Haftkapital hat. Ist die GmbH futsch, ist Dein Geld auch futsch (Lehman-Brothers lassen grüßen)! Zweiter Punkt: Ist Dir klar, wann, warum, wieviel Geld an Dich fließt, wie hoch das Verlust-Risiko ist? Wenn nicht, Finger weg! Dritter Punkt: Wird das Papier an der Börse gehandelt? Ich habe schon Zertifikate gesehen, die nur an den Ausgeber zu einem von ihm festgesetzten Kurs verkauft werden konnten. Im Klartext: Dann bist Du davon abhängig, ob der Ausgeber Deine Papiere kauft, wobei er dann auch noch den Preis bestimmt. Meine Tipp: Da Dein Bankmann anscheinend nicht in der Lage war, Dir das Papier zu erklären (bestehe auf schriftliche Dokumentation seiner Aussagen!!!!!), lass die Finger davon. Als studierter Banker kann ich Dir sagen, dass 99% der "Bankberater" selbst nicht genau wissen, was sie da eigentlich ihren Kunden verhökern.
Ein Aktienfond kauft und verkauft in der Regel wirkliche Aktien an der Börse und packt sie in sein Vermögen.
Du kaufst dann Anteile an diesem Fond, in aller Regel nicht über die Börse, sondern direkt bei der Fondsgesellschaft.
Bei einem "exchange-traded-fund" (kurz ETF) kann das auch so sein, ist es aber in der Regel nicht. Der Emittend bildet den Index nach meinem Verständnis meistens über Derivate ab. Diese ETFs kaufst Du dann ohne Zwischenhändler (sprich: ohne Fondsgesellschaft) direkt an der Börse.
Heutige ETF sind sind beim Emittenten "Sondervermögen" (genau wie die Aktien beim Aktienfonds). Geht der Emittent pleite, ist das Vermögen nicht weg (genausowenig wie wenn die Fondsgesellschaft pleite geht). Das war zu Lehman Brothers' Zeiten anders.
Vergewisser Dich da aber bei Deinem Berater. Es gibt da noch ähnliche Konstrukte (sog. ETN und ETC). Das sind keine Sondervermögen, bei denen ist nach meinem Verständnis die Kohle weg, wenn der Emittent pleite geht.
Sorry, hat ein bisschen gedauert, manchmal muss ich auch was arbeiten. Zu allererst sollte man den Berater fragen, warum er nicht einen ganz normalen ETF empfohlen hat. Die Antwort, die Du nicht bekommst ist: Da gibt es für die Bank kein Ausgabeaufschlag nur lächerliche 0,09% jährliche Gebühr. Die Antwort, die Du bekommst: Der Verlust ist "TEILWEISE" begrenzt das Ding sei sicher.
Was mir persönlich nicht gefällt ist die Begrenzung der Laufzeit und dass, bei einem Verletzen der Barriere, das Ganze hinfällig ist. In anderen Worten. Wird die Barriere verletzt, wird das Teil wie ein ganz normales ETF bewertet ohne die "SICHERHEIT" und dann kommt die richtige Krux, Du kannst Verluste nicht aussitzen. Stichtag ist der 06.05.2019 und ausgezahlt wird am 09.05.2019 unabhängig ob mit Verlust oder Gewinn.
Mein Rat daher ein ETF wie zum Beispiel: db x-trackers EURO STOXX 50® UCITS ETF 1C
[WKN: DBX1ET / ISIN: LU0380865021].
Zahlstelle ist die Deutsche Bank und Du kannst auch im Jahr "2200" verkaufen.
Deine Bank will selbstverständlich nur Dein Bestes.
Amos, der Unterschied zu einem Aktienfonds ist der, dass der Fondsersteller selber Aktien besitzt und Dir einen Anteil an seinem Besitz verkauft, während der Emittent des Zertifikates den Index (bzw die Aktien, aus denen der Index zusammengesetzt ist) eben nicht in seinem Besitz haben muss.
Einen Aktienfonds kann der Fondsmanager nach eigenem Ermessen zusammenstellen; er kann Aktien aus verschiedenen Märkten zusammenlegen oder unterschiedlich gewichten. All das kann bei einem Indexzertifikat nicht passieren. Das Zertifikat ist an den Index gekoppelt und nicht an die Performance der einen oder anderen Aktie. Läuft eine Aktie aus dem Index schlecht, kann der Zertfikatehersteller sie nicht aus dem Index werfen; der Fondsmanager kann eine scchlecht laufende Aktie aus seinem Fonds jederzeit gegen eine andere, besser laufende Aktie

eintauschen.
Der Fonds muss gehegt und gepflegt werden; diese Arbeit macht der Fondsmanager für Dich und dafür wird er mittels der Aufschläge bezahlt. Das Zertifikat kann nicht gepflegt werden; deswegen sind die Aufschläg geringer; aber du kannst nur zusehen und hoffen, dass es dem Index gutgeht, auf die Zusammensetzung hat niemand einen kurzfristigen Einfluss, im Gegensatz zum Aktienfonds.

Aber grundsätzlich gilt das, was schon jemand anders geschrieben hat: Wenn Du das Papier nicht verstehst: Finger weg!
Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Leute sich von Zinsversprechen ködern lassen, ohne die Risiken abzuwägen. Das Motto "Gier frisst Hirn" ist weiter verbreitet als man denkt.
@Amos: ich entschuldige mich für die positive Aussage oben. Ich hätte wie Rayer die WKN ansehen sollen.
Das angebotene Ding ist nicht, wie ich es verstanden hatte, ein Indexzertifikat. Darauf wäre meine Antwort bezogen gewesen (ich hatte mich ja oben schon gewundert, dass Dein Berater das empfiehlt)
Es ist ein Bonuszertifikat und von solchen Dingern lässt man einfach die Finger. Sie sind dann (und eigentlich nur dann) interessant, wenn sich der Markt die ganze Zeit seitwärts bewegt. Geht er nach unten, ist man ab der Kappungsgrenze an allen Verlusten voll beteiligt, geht er nach oben, ist man dagegen nur teilweise dabei. Die Dividenden sind in jedem Fall weg.
Ich gebe Rayer ausdrücklich vollumfänglich Recht.
@hp: langjährige Vergleiche und Statistiken haben ergeben, dass es den allermeisten Fonds besser getan hätte, wenn sie nicht aktiv hätten gemanaged werden können ...
Armer ing, aufgrund Deiner positiven Aussage von heute Mittag hat Amos schon mehrere Tausend Teile bestellt, vermutlich wirst Du auf Schadensersatz im Jahr 2019 verklagt;-)
@Amos
Ich hatte eines auch noch nicht bedacht, danke ing, bei dem ETF von mir werden die Dividenden thesaurierend verrechnet. Das ist mehr oder weniger Deine Versicherung gegen den Absturz.
@Amos
Wie wäre es denn mit folgender Aussage:
Hallo lieber ing, auch wenn ich Dich schon mehrfach als arrogantes Arschloch, Super Ingenieur ( hämisch ) bezeichnet habe, danke, dass Du mich vor materiellem Verlust bewahrt hast. Für mich ( Diese Aussage ist von mir, "rayer ") brauchst Du keine Worte finden, ich antworte grundsätzlich nach bestem Wissen und Gewissen, unabhängig, was Du glaubst und wie sehr man mich beleidigt.
Ing, Deine Aussage ist korrekt, aber es ging nicht um die Frage, was effektiver ist, sondern um den Unterschied.

Meine persönliche Meinung:
Die Bank will in erster Linie selber Geld verdienen, mein Wohl liegt ihr weniger am Herzen. Daher: grundsätzlich KEINE Papiere, die mir mein Bankberater empfiehlt. Ich traue einfach seinem Motiv nicht, dass er mir etwas Gutes tun möchte.
Aus dem gleichen Grund grundsätzlich keine Derivate. Warum sollte eine Bank so etwas herausgeben, wenn sie nicht daran verdienen wollte?
Ebensowenig ein Fonds. Wer in Aktien investieren möchte, sollte sich selber um sein Depot kümmern. Das allerdings kostet Zeit und Nerven. Wer das nicht hat, sollte sowieso nicht an der Börse investieren.
@hphersel
Es gibt keinen vernünftigen Grund nicht in Papiere meiner Bank zu investieren. Nur muss man sich die Papiere genau ansehen und nicht der Beratung glauben. Die meisten Banken habe auch günstige Wertpapiere und Indexfonds im Angebot, nur muss man danach fragen.
Ich hab mal ein Express-Zertifikat auf den Stox50 gekauft und gutes Geld damit verdient. Übrigens eine Empfehlung meines Bankberaters. Dass die Bankberater einen meist reinlegen wollen, kann ich so nicht bestätigen. Mein Bankberater hat mir auch schon mal vom eigenen Produkt abgeraten, wenn er gesehen hat, dass ein anderes besser war.
@Zombie: ich denke nicht, dass ein Bankberater seine Kunden "hereinlegen" will. Er hegt im Gegenteil den ausgesprochenen Wunsch, sein Kunde möge auch verdienen.
Dabei liegt die Betonung aber auf "auch", denn zuallererst ist der Berater ein Angestellter der Bank und vertritt deren Interessen. Guck Dir mal "Margin Call" an - da siehst Du anschaulich, wie Banken ihre Mitarbeiter auf bestimmte Ziele einnorden.

Wenn es gut läuft, verdienen beide Seiten prächtig - so wie wahrscheinlich bei Dir damals. Mit einem ETX hättest Du wahrscheinlich noch mehr verdient, aber so what, man muss den hals ja auch mal vollbekommen.

PS: das Produkt der eigenen Bank, von dem er Dir abgeraten hat, wurde garantiert von einer Abteilung betreut, deren Umsätze ihm nicht zugerechnet werden ...