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Noch Fragen?

Was sollte man mit den Fluggästen der brennenden Unglücksmaschine in Moskau machen, ...

... die durch die Herausnahme ihes Gepäcks billigend in Kauf genommen haben, dass andere Passagiere im Feuer sterben?
Frage Nummer 3000121434
Antworten (19)
niemand von uns sollte sich anmaßen, das Verhalten von Menschen in Extremsituationen moralisch zu bewerten.

Die Konsequenzen werden ihnen mittlerweile klar sein und es wird schwer genug werden, damit zu leben.
Mich würde mehr interessieren, was sind die Beweggründe, die einen Menschen zu dieser Frage treibt.
Was sollte man mit Menschen machen, die zu schnell Auto fahren, um pünktlich zur Arbeit zu kommen, die nehmen Unfälle und Opfer auch billigend in Kauf,
Trucker die in Stauenden fahren, weil sie Vorschriften missachten, den Tod Unschuldiger in Kauf nehmen, um ihren Arbeitsplatz zu behalten, den sie angeblich verlieren, wenn sie nicht töten und morden....
Oh doch, das masse ich mir an. Ich kenne die Situation in Flugzeugen ganz gut, wenn man gerne raus möchte und vorne nestelt noch jemand an irgendwelchen Gepäckstücken herum. Sich diese Situation vorzustellen, wenn es hinter einem brennt, löst bei mir nur Fassungslosigkeit aus.
Offenbar bewerten Passagiere ein paar ihrer eigenen armseligen Habseligkeiten höher als Menschenleben hinter ihnen.

Ich hoffe, dass sich diese Passagiere wenigstens wegen so etwas wie «unterlassene Hilfeleistung» verantworten müssen.

Was mich zu dieser Frage antreibt? Empathie!
Das macht mich, ehrlich gesagt, jetzt ein wenig fassungslos.

Du hast es also schon selber erlebt, wie es nervt, wenn vor Dir die Leute die Koffer 'rausnesteln und kannst es Dir daher vorstellen(?!?), wie man sich in Todesangst fühlt?

Und das nennst Du auch noch "Empathie"?

Kein weiterer Kommentar, ich bin hier raus, bevor ich ausfallend werde.
Tatsächlich?
Liege ich da so daneben? Ich bin bereit meine Position zu überdenken. Aber stellt euch die Situation vor:

Bruchlandung - schreiende Menschen in Panik - Feuer - Die Flight Attendands -fordern eindringlich auf, Ruhe zu bewahren, Schuhe auszuziehen, NICHTS (und schon gar nicht aus den Schliessfächern) mitzunehmen und das Flugzeug zügig über die Rutschen zu verlassen. IMMER WIEDER!

Wie viel Verständnis für diejenigen, die sich nicht an diese sehr deutlichen und wiederholten Hinweise halten und damit andere gefährden, ist angemessen?
Nein für diese Menschen schaffe ich es nicht, Verständnis aufzubringen. Extremsituation hin oder her.

Andere Meinungen?
Nein, Stechus, ich bin ganz deiner Meinung.
Und ing793 ist mal mal wieder raus hier, weil er das immer so macht, wenn man ihm seine Fehler nachweist.
Und so wird aus der Mutmaßung ein Fakt. Es wird vermutet, dass auf einigen Videoaufnahmen Passagiere mit Handgepäck zu erkennen sind. Das reicht für eine Verurteilung.
Weil ein Kaktus die Situation in Flugzeugen gute kennt, wird natürlich unterschlagen, dass der Moskauer Feuerwehr ein Totalversagen unterstellt wird. Die Evakuierung der Überlebenden hat ganze 55 Sek. gedauert und war nur über die vorderen Notausgänge möglich. Unfallexperten gehen davon aus, dass die hinteren Passagiere durch die Sitzanordnung und des vermuteten Unfallhergangs keine Chance hatten. Aber aufgrund fundierter Flugerfahrung einer einzelnen Person muss natürlich mindestens von fahrlässiger Tötung ausgegangen werden. Ich masse mir nicht an zu beurteilen, was ein Mensch in Panik, um sich herum Feuer und Lärm, an normaler Reaktion leisten kann.
rayer, lerne doch endlich richtiges Deutsch.
Man schreibt »Ich maße mir nicht an ...«
Zur Feuerwehr: Lass dich nicht von den Russen-Hassern veräppeln: Hätte dieses Unglück in Frankreich stattgefunden, würden bei exakt gleichem Verhalten der Feuerwehr Loblieder auf diese gesungen (Siehe Notre Dame, wo es 45 Minuten gedauert hat, bis mal einer vorbeischaute).
Ich bin kein Russenhasser und ich lasse mich ungern veräppeln. Allerdings habe ich bei Meldungen von Interfax so meine Bedenken. Natürlich habe ich weder die SED Krippe noch das von ihr geführte Schulsystem genossen. Mag sein, dass ich dadurch eher den Meldungen der Fake News aus dem Tagesspiegel glaube als der unabhängigen und überparteilichen Nachrichtenagentur Interfax.
Tagesspiegel: Unfallexperten vermuten das Totalversagen der Moskauer Feuerwehr als Hauptursache für die vielen Toten.
Interfax: Vermutlich hat die Mitnahme des persönlichen Handgepäcks die Evakuierung verzögert, wodurch es zu den vielen Toten kam.
Such Dir was aus.
Schließt das eine, Handgepäck, das andere, Totalversagen aus?

Besteht da nicht die Möglichkeit, dass die beiden "Fehlerursachen" sich ergänzen?

Ich kann nicht beurteilen, ob ein Totalversagen der Feuerwehr vorlag, aber bei den Filmaufnahmen, die ich heute morgen gesehen habe, rollte zumindest ein Teil der Feuerwehr ziemlich spät an.
Ich dachte immer, wenn eine Notlandung angekündigt wird (nicht Stunden vorher, aber Minuten), rast die Feuerwehr zur Landebahn und legt zum Teil schon einen Schaumteppich. Dies ist mir auf den Bildern zumindest nicht aufgefallen.

Andererseits habe ich von Passagieren mit Handgepäck nur gehört, auf den Bildern habe ich da nichts erkennen können.
Aber wenn denn so war, wären es sonst evtl. 5-6 Überlebende mehr gewesen. Auch nicht unwichtig.

Der Vergleich mit der Notre Dame hingt natürlich komplett. Die Notre Dame hatte schließlich keine Werksfeuerwehr, die regelmäßig solche Dachstuhlbrände üben sollte und bei der Notlandung war man nicht darauf angewiesen, dass sich die nächste Feuerwache durch den Berufsverkehr drängt.
Nun, in der Hauptsache hatte mich die Aussage gestört:
Was sollte man mit Fluggästen machen, die durch die Herausnahme ihres Gepäcks billigend in Kauf genommen haben, dass andere Passagiere im Feuer sterben. Man ist noch ganz am Anfang der Ursachenforschung, schon wird der Hauptgrund für die vielen Toten bei den Fluggästen vermutet.
Selbstverschulden sozusagen.
Ein Versagen der Rettungspläne und der Rettungskräfte wird überhaupt nicht ins Auge gefasst. Das ist, zumindest nach meiner Erfahrung, in Russland gängige Praxis. Wenn du einen Arbeitsunfall auf der Baustelle hast, sind nie die Baustellenverantwortlichen oder beteiligten Firmen in der Pflicht. Meist hat sich der ausführende Arbeiter falsch verhalten. Was arbeitet der auch auf der Leiter, hätte er was gesagt, wäre natürlich ein Gerüst für mehrere tausend Rubel gestellt worden.
Wenn man wegen einem Brand Panik bekommt, dann würde ich erwarten, dass derjenige möglichst schnell dem Brand zu entkommen sucht und nicht erst noch im Overhead-Compartment nach seinem Handgepäck sucht.

Warum man wegen so einer Feststellung droht ausfallend zu werden, erschliesst sich mir sich so ohne Weiteres. Es sei denn, man ist sowieso meist ausfallend.
... wegen eines Brandes ...
Thank you Lempel!
im duden steht: ”wegen” umgangssprachlich auch mit dativ
@Tom
Wichtig ist doch, dass man Dich verstanden hat. Was bei dem Kindskopf oft nicht der Fall ist.
@tom: Du warst noch nie in einer solchen Sutuation, ich war es nicht. Keiner von uns kann beurteilen, was "zu erwarten" ist.
In einer echten Panik ist das bewusste Handeln weitestgehend abgeschaltet, der Mensch greift auf Automatismen zurück, die Reaktion kommt sozusagen "aus dem Rückenmark".

Leute, die sich beruflich mit dieser Frage beschäftigen, halten das Verhalten der Insassen bei diesem Unglück in Moskau für weitestgehend normal, so schrecklich das klingt. Es entspricht den antrainierten Abläufen.

Sie deswegen zu verurteilen, mag wohlfeil sein, wenn man zurückgelehnt auf seinem Sofa die Berichte sieht. Ich mag mich da nicht anschließen.