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Antworten (12)
Da ist ing der Experte. Warten wir auf seine Antwort....
bei zusammengestzten Nomen bestimmt in der deutschen Sprache das hintere, um was es sich handelt, das vordere dient der Beschreibung.
Daher ist "Wasserkraft" zunächst einmal eine Kraft.
Der vordere Begriff beschreibt nun eine besondere Form der Kraft (z.B. zur Unterscheidung von der Körperkraft oder der Motorkraft), hier also die Kraft des Wassers.

Es ist mir doch immer wieder ein Vergnügen, Deine deutschen Grammatikkenntnisse zu erweitern.
Hallo Panther
Zunächst, es gibt keine Wasserkraft per se.
Die -kraft ist eine Auswirkung des statischen oder dynamischen Potentials von Wasser. Erst wenn dieses Potential freigeben wird, kann das fallende oder strömende Wasser eine Kraft auf Hindernisse ausüben oder Gewichtskraft wirksam werden lassen.
Die Kraft, die Wasserdruck Einrichtungen aufbringen, wird eigentlich vom Wasser nur übertragen.
Gruß
R.
So komplizierte Antworten auf eine einfache Frage. Ohne Kraft keine Bewegung, das kennen wir aus der Schule. Wasserkraft wird spürbar, wenn unter der Dusche die Haare bewegt werden und die fallengelassene Seife weggespült wird.
Tja ing793,

da liegst du leider falsch.

Wasser hat überhaupt keine Kraft. Sieh dir doch mal ein Glas voll Wasser an. Da liegt das Wasser ganz ruhig rum. Kippst du das Wasser aus, entwickelt sich da plötzlich eine Wasserkraft? Nein, die Anziehungskraft der Erde übt die Kraft aus.

Das funktioniert ebenso bei Wasserkraftwerken, die überhaupt keine Wasserkraftwerke sind, sondern Erdanziehungskraftwerke, das Wasser ist nur ein Medium. Man könnte auch Steine den Berg runtertrudeln lassen. Dann würde man sie Steinkraftwerke nennen.

Selbst Ebbe und Flut sind ein Spiel zwischen Erd- und Mondanziehungskraft.

Es ist mir doch immer wieder ein Vergnügen, deine deutschen Grammatikkenntnisse und Physikkenntnisse zu erweitern.
@ Panther
Wenn du argumentierst, dass Wasser keine Kraft hat, übersiehst du den einfachen physikalischen Satz actio = reactio. Wenn die Erdanziehung eine Kraft auf das Wasser ausübt, übt das Wasser die gleiche Kraft auf die Erde aus.
Auch das Beispiel mit dem Wasserglas ist nicht richtig. Das Wasser übt sehr wohl eine Kraft auf das Glas aus. Sehr anschaulich kann man das an meiner Regenwassertonne sehen, die dank der wenig sommerlichen Witterung bis oben gefüllt ist. Dort übt das Wasser durch sein Gewicht eine Kraft auf die Kunststofftonne aus, durch die die Wände nach außen gedrückt werden und ihr eine bauchige Form verleihen.
Dorfdepp,

Das Wasser, das durch sein Gewicht eine Kraft auf irgend etwas ausübt, hat dieses Gewicht nur durch die Erdanziehungskraft.
Ohne die Anziehungskraft der Erde wäre das Wasser gewichtslos. Und natürlich kraftlos.

Daher bezeichne ich es als offensichtlich, dass es keine Wasserkraft gibt.

Der user Rentier_BV hat es am 2.6.16 um 18:30:55 bereits klar erkannt.
Panther,
ich schreib es noch einmal ganz langsam: actio = reactio.
Also ist Wasserkraft das gleiche wie Gewichtskraft, nämlich die Gegenkraft zur Erdanziehungskraft, mithin also eine Kraft.
Nehmen wir mal die Gewichtskraft, weil die für mache Leute einfacher nachzuvollziehen ist. Sie wird durch eine Masse verursacht, und die Kraft, die sie durch ihr Gewicht ausübt, hängt von der Gravitationskraft ab. Die gleiche Masse übt auf dem Mond nur 1/6 der Gewichtskraft aus, und im freien Univerversum gar keine Kraft. Gewichtskraft ist somit eine Reaktionskraft, aber eben eine Kraft.
Und ich schreibe jetzt noch einmal ganz schnell, weil ich keine Lust habe, mich über das Gewicht von Wasser und die nicht vorhandene Kraft von Wasser zu streiten:

Du magst ja annehmen, dass Wasser eine Kraft hat. Gut. Ich habe kein Problem damit, was du annimmst oder glaubst.
Es ist die Gravitationskraft, wie von dir selbst bestätigt, die das Wasser, und alles andere, ein Gewicht verleiht.

Ich bedanke mich bei allen Beteiligten.
Um wieder zum Thema zu kommen: Unter nutzbarer Wasserkraft versteht man die Kraft, die durch die Umwandlung eines Energiepotentials in kinetische Energie oder in ein niedrigeres Potential entsteht, z.B. bei Wasserkraftwerken. Bei einer Wassermühle sieht man es deutlich: Die Erdanziehung als actio zieht das Wasser runter, aber die Wasserkraft als rectio bringt das Mühlrad zum Drehen.
Panther, veröffentliche deine Theorie, und der nächste Physiknobelpreis ist dir sicher. Ich gebe auf.
@Paulchen: erstens liege ich nicht falsch, da ich eine rein semantische Betrachtung geliefert habe - und die findest Du in jedem deutschen Grammatikbuch, das sich mit zusammengestzten Wörtern beschäftigt, bestätigt.

Aber auch physikalisch bist Du nicht auf der Höhe der Zeit. Die Gravitation ist mitnichten eine "einseitige" Angelegenheit. Es ist die Kraft, die zwischen zwei Körpern wirkt, die Erde zieht das Wasser mit der gleichen Kraft an wie das Wasser die Erde. Dorfdepp hatte es eigentlich sehr eindringlich versucht, Dir das klar zu machen. Vielleicht wird es deutlicher, wenn man etwas gleichartigere Körper betrachtet:
Mond und Erde z.B. ziehen sich gegenseitig an. Würde ausschließlich die Erde den Mond anziehen, würde sich das System Erde/Mond um den Mittelpunkt der Erde drehen. Tut es aber nicht, wie Du in jeder diesbezüglichen Betrachtung lesen kannst. Sie drehen sich um einen gemeinsames Zentrum (und darum und nur darum gibt es zweimal am Tag Ebbe und Flut ...)