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Gast

Weiß vielleicht jemand, woher der Ausdruck "dann wirst Du sehen, wo der Bartel den Most holt" kommt und was dieser bedeutet?

Frage Nummer 78070
Antworten (4)
"Wo der Bartel den Most herholt" ist eine Geschichte des österreichischen Dichters Peter Rosegger. Sie erzählt vom Bartel, der Knecht auf einem Hof ist und wegen einer schönen Kellnerin den Most nicht dort holt, wo es ihm aufgetragen wurde, sondern heimlich ins Wirtshaus geht um seine Angebetete zu treffen.
Diese Redewendung wird sehr häufig im süddeutschen Sprachraum benutzt. Sie bedeutet, dass man jemandem unmissverständlich klarmachen möchte, wo es langgeht.
im sächsischen Original: Da wo der Bartel den Most holt, bedeutet es bedeutet: Dort gibt es den besten Most, beste Auswahl, höchste Sorgfalt.


Nach einer sächsischen Sage soll die Redensart auf einen Weinschenk namens Bartholomäus Zimmer zurückgehen, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Meißen lebte. Dieser habe großen Sachverstand auf dem Gebiet des Weines gehabt und nur Weine aus den besten Lagern bezogen, aber auch selbst angebaut und verarbeitet. Daher konnte man bei diesem Mann stets vorzügliche Erzeugnisse vorfinden. Die Redewendung benutzte man daher dazu, einen außerordentlich fleißigen und klugen Mann zu beschreiben.
Die süddeutschen Variante, " ich zeige dir .. oder dann wirst Du sehen...", ist eine Drohung bei schlechter Sorgfalt bei der Arbeit.
Nein, ich weiß nicht, wo der Spruch herkommt, oder was er zu bedeuten hat. Ich weiß nur wo dieser herkommt und was der zu bedeuten hat:
"Ich zeig dir gleich, wo der Bartel den Moscht holt."
Das erklärt der Sprichwortforscher Dr. Rolf-Bernhard Essig so:

Durchtriebene, Erfahrene und Kluge lobt man mit der Redensart. Sie ist schon 350 Jahre alt. Es gibt unzählige Anekdoten, die ihre Bedeutung erklären sollen. Besonders wahrscheinlich ist die Herkunft aus der Gaunersprache Rotwelsch.
Da heißt nämlich das Eisen und deshalb auch die Brechstange in Kurzform "Barsel" und "Moos" das Geld, was von Hebräisch "ma'oth" gleich "kleine Münze" herkommt. So könnte also der Ausdruck übersetzt werden: "Wissen, wo man mit dem Eisen das Geld holen kann." Also ein verhüllender Ausdruck für einen Einbruch.