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Noch Fragen?

Welche Haltung versteht man im allgemeinen unter dem Begriff Gutmenschentum?

Gerade wieder gelesen. So ganz klar ist mir nicht, was damit gemeint ist.
Frage Nummer 3000083929
Antworten (39)
Eigentlich ein Thema für einen langen Abend. Ich versuche es möglichst kurz zu machen. Flüchtlingshilfe 2015-2016, die Republik ist überfordert. Haupt- und ehrenamtliche Helfer versuchen das Chaos in den Griff zu bekommen.
Es gibt strenge Anweisungen, jedem Flüchtling nur eine Essensportion zukommen zu lassen, egal ob er 35Kilo oder 135 Kilo wiegt. Es spielt auch keine Rolle, das Essen im Überfluss vorhanden ist, das nach jeder Schicht mehrere hundert Kilo !!! entsorgt werden, da hat einfach die Organisation versagt.
Nehme ich nun einem Flüchtling seine zweite Portion ab, verabreicht von Musca, und schmeiße sie vor seinen Augen in die Mülltonne, bin ich ein guter Deutscher, ich befolge Befehle und Anordnungen.
Musca hingegen ist etwas komisches, verdächtiges und irgendwie dem Gutmenschentum nahes.
Ich versuche eine knappere und allgemeinere Definition: Gu gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht.

Da aber knappe Definitionen hier i.a. nicht verstanden werden, schiebe ich eine Erläuterung nach.

Gutmenschen wollen für alle das Beste durchsetzen, ohne sich Gedanken über die Realisierbarkeit zu machen.

Gutmenschen wollen z.B. hier der ganzen Welt Asyl gewähren. Dass Linke und Grüne Armut als Asylgrund gelten lassen wollen, ist kein Witz. Ob wir das finanziell stemmen könnten, sei dahingestellt, aber es gibt beispielsweise nicht genügend Wohnraum. Da schlägt die Realität erbarmungslos zu, die die Gutmenschen ausblenden.
Siehst du Graf Mucki, so funktioniert das.
Man wirft ein Stöckchen in die richtige Ecke , diesmal rechtsaussen, schon ist alles klar.
Einst nannte man sie Moralapostel. Gutmenschen sind fest davon überzeugt, dass allein sie die richtige Gesinnung vertreten. Sie stellen Forderungen, mit deren Konsequenzen sich andere auseinandersetzen müssen. Sie verstehen sich als Beschützer von Minderheiten und angeblich Entrechteter, ohne gerufen worden zu sein. Sie bestimmen, was Gut und was Böse ist. Natürlich sind sie anderen moralisch weit überlegen und sehen sich als Vorbild, das anderen erklärt, wie diese sich zu verhalten haben.
Da hat sich in Flüchtlingsfragen mal wieder einer selbst beweihräuchert, der auf diesem Gebiet die absolute Deutungshoheit beansprucht. Mit Meinungsfreitheit kann der leider nichts anfangen. Schnell die Nazi-Keule hervor geholt, dann ist man automatisch auf der richtigen Seite, ohne argumentieren zu müssen. Würg.
@ DerDoofe
So hätte ich das auch schreiben wollen, aber im Gegensatz zu dir kenne ich Musca nicht. Du hast ihn gut getroffen.
Habe ich was verpasst? Wer hat hier die Nazi Keule rausgeholt? Ich kann nichts Entsprechendes lesen.
@ rayer

"Man wirft ein Stöckchen in die richtige Ecke , diesmal rechtsaussen, schon ist alles klar."

Du bist nicht blöd, du kapierst das, auch wenn es nicht explizit erwähnt wurde. Oder? Was soll rechtsaußen schon anderes bedeuten?
Wo Musca recht hat, hat er recht. Die Wutbürger beanspruchen ja auch, die Leistungsgrenzen unserer Republik klar definieren zu können.
Hi Graf Mucki, weißt Du es jetzt?
@ rayer

Im Momernt scheinst du hier der Wutbürger zu sein.

Um 22:13 hatte ich geschrieben, dass es nicht primär ums Geld geht, sondern u.a. um den verfügbaren Wohnraum. Wenn plötzlich 1 Mio Menschen zu uns kommen, sind nicht plötzlich 1 Mio Wohnungen verfügbar. Diese Kapazitätsgrenzen bestimmen nicht die Wutbürger, sondern der Wohnungsmarkt.

Manchmal verstehe ich wirklich nicht, wie du so einen Mist schtreiben kannst.
Deutschland hatte vor 10 Jahren eine größere Bevölkerung als heute, wurden der Wohnraum komplett platt gemacht?
Sorry, hab noch mal nachgesehen, 15 Jahre ist das her.
rayer,

das meinst du doch jetzt nicht im Ernst? Grübel, na ja, vielleicht schon, zuzutrauen wäre es dir. Dass landesweit bezahlbare Wohnungen fehlen, scheint auf deiner Insel der Glückseligkeit nicht angekommen zu sein.
Super Argument. Bezahlbare Wohnungen fehlen also? Weißt Du auch wo? Dem Flüchtling ist es erst mal egal, ob er auf dem flachen Land oder im Ballungsraum Zuflucht findet. Du schwafelst.
der genannte Wohnungsmarkt ist ein schönes Beispiel. Vermiete ich an Flüchtlinge, bekomme ich als Vermieter einen Betrag pro Kopf, da spielen qm-Preise keine Rolle.
Wenn ich dann 4 Leute in eine 20qm-Bude stopfe, habe ich mal locker 800€ für ein dunkles Loch eingesackt.
Dafür können aber die Asylsuchenden nichts.
Na klar, in Deutschland stehen genügend Wohnungen zur Verfügung. Die Forderung aller Parteien nach mehr sozialem Wohnungsbau ist ein Produkt der Lügenpresse. Mann, Mann, Mann, wie sehr muss man die Realität leugnen und sich etwas vormachen, damit die Ideologie nicht in Konflikt mit der Realität kommt. Damit hätten wir wieder den Kreis zum realitätsfernen Gutmenschen geschlossen.
Musca,
ich diskutiere hier mit rayer. Deiner Zwischenrufe ignoriere ich, bei mir hast du mit deiner "rechten Ecke" verschissen.
Ich sag ja, Du schwafelst. Von Deiner Stadt nach Westen, Norden und Osten braucht man nur 20km weiter gehen und schon findet sich Wohnraum ohne Ende. Bezahlbarer Wohnraum im Ballungsgebiet oder hessischem Niemandsland? Du hast Dörfer um dich rum die klagen über Entvölkerung.
Hää ???
Ja, ja ...
hat sich hier einmal für derartige Beiträge etabliert.
Ich betrachte das als eine Ehre, ich möchte nicht mit jedem Menschen konform gehen .
Jaja, wenn die Argumente ausgehen, hält man halt den Schnabel.
Die Argumente waren da, aber sie fielen nicht auf fruchtbaren Boden.
Bis morgen, Sportsfreund (wir sehen das doch sportlich und nicht verbissen, oder?)
Nach Abschätzungen des BBSR stiegen die Leerstandszahlen in Deutschland seit der Zensuserhebung 2011 insgesamt an. Den Rückgängen der Leerstände in den wachsenden Großstädten standen Zunahmen in vielen städtischen und ländlichen Kreisen gegenüber. Aufgrund der hohen Zuwanderung sind aber die Anteile leerstehender Wohnungen insgesamt 2015 erstmals wieder rückläufig. Bundesweit standen demnach 4,5% aller Wohnungen leer. Das entspricht 1,8 Millionen Wohnungen. Im Jahr zuvor blieben noch 5% und damit zwei Millionen Wohnungen ungenutzt. Kaum noch freie Wohnungen gibt es in den Großstädten.
Copy and paste!
@dorfdepp: ich finde, Wohnungen sind ein ziemlich weit hergeholtes Hindernis.
Da ist es wie bei so vielem im Leben: eigentlich gibt es genug für alle, aber mit der Verteilung hapert es.
Es mangelt keinesfalls an Wohnraum insgesamt. Das Einzige, woran es mangelt, ist günstiger (Bedingung 1) Wohnraum in den Ballungszentren (Bedingung 2).

Sobald eine der beiden Bedingungen entfällt, wirst Du mit Wohnraum zugeschmissen, wenn Du nicht bei drei auf dem Baum bist.
Und deshalb ist das Argument völliger Unsinn mit dem fehlenden Wohnraum, die Flüchtlinge lassen sich nun mal ohne Bindungen an Arbeitsplatz und Familie relativ leicht dahin verteilen wo Platz wäre.
Es gibt Menschen, die bereit sind, für ihre humanistischen (alle Menschen sind gleichwertig) und/oder christlichen (liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst) Überzeugungen auch tatsächlich(!) etwas von ihrem Besitz abzugeben (wobei Besitz sowohl materiell als auch ideell betrachtet werden kann).

Wie bei so vielem sind die Möglichkeiten zu teilen begrenzt. Auch nach dem Abgeben muss ich selber gut weiterleben können.
Ein "Gutmensch" ist nun jemand, der im Bewusstsein seiner Grenzen zumindest anfängt, etwas zu tun, anstatt zu sagen "Ich kann nicht allen helfen, also lass ich es gleich ganz!"
Und selbstverständlich ist der Gutmensch moralisch überlegen. Das wissen auch die anderen, deshalb sind sie auch so schlecht auf ihn zu sprechen. Um selber noch in den Spiegel sehen zu können, erklären sie den Gutmenschen zu einem naiven Weltverbesserer und benutzen den Begriff mitlerweile als Schimpfwort.
Sehr gut analysiert, ing 793,
das erinnert mich daran, dass Menschen, die sehr gut in Orthografie sind, und anderen, die nicht so gut dabei sind, helfen möchten, besser zu werden, »Korinthenkacker« oder »Oberlehrer« genannt werden.

Oder wenn drei intelligente Mitglieder dieser WC sich über etwas unterhalten, das der Mensch der Pöbelklasse nicht versteht, jener diese drei Leute unflätig beschimpft. 🎩

Ich frage mich, ob ich ein Gutmensch bin, und meine Antwort in deinem Sinne ist »nein«.
Ich lebe für meine Familie, mich, meine Freunde und für mein Land.
Wohlstandsflüchtlinge können andere Gutländer aufnehmen.
Schau mal Swan, da Du nichts bist, nichts hast und schon auf dem dritten Kontinent zu nichts gekommen bist, passt Deine Aussage. Die gleiche Sorte Typen schleichen in Deutschland als Wutbürger rum.
Sprachpolizisten sind für nich ebenfalls Gutmenschen. Die erklären einem, dass man statt Studenten Studierende sagen muss, statt Negerkuss Schaumkuss und dass Ziegeunerschnitzel gar nicht mehr geht. Und wenn man doch einen der verbotenen begriffe verwendet, wird man von denen gleich als Rassist oder Sexist bezeichnet.
Apropos Armut als Asylgrund: Die Piratenpartei will alle Armen der Welt auf Kosten des deutschen Steuerzahlers nach Deutschland einfliegen lassen. Steht so im Wahlprogramm.
Die wollen nämlich Armut als Asylgrund anerkennen, die Beantragung von Asyl zusätzlich im Ausland ermöglichen und bei gewährtem Asyl die Antragssteller auf kosten des deutschen staates nach deutschland bringen. So radikal sind nicht mal die Grünen
Na und Zombie, Dich haben wir ja auch als Wirtschaftsflüchtling aufgenommen, einer mehr oder weniger.............
Studierende verdanken wir der Gendermania, Schaumkuss der sog. Euphemismustretmühle. Und beim Zigeunerschnitzel ist es durchaus denkbar, dass eine Sozialpädagogin ihre Gutmenschenfinger im Spiel hatte. Sprache ist ein lebendiges Wesen: Am Anfang stand der Schmied, dann kam Autoschlosser - heute heißt es Mechatroniker. Für die Zukunft ist es denkbar, dass der gute Kfz.-Elektriker wieder zu Ehren kommt. Aber wahrscheinlicher ist E-Mobile-IT-Troniker o.s. Also nix Sprachpolizei, sondern Sprachentwicklung im Spiegel des gesellschaftlichen und technischen Zeitablaufs.
@ ing793

Das Handelsblatt nennt ein Defizit von 950000 Wohnungen, andere Publikationen äußern sich ähnlich. Was ist denn nun richtig?
Das sagt nicht das Handelsblatt.
Das sagt ein Vorstand des Pestel-Instituts im Handelsblatt. Der natürlich auch wirtschaftliche "Eigeninteressen" hat.
Ohne Angaben worauf sich seine Zahlen beziehen (ganz Deutschland? Ballungsräume? Die belieben Metropolen?)

Warum bei der Zahl der (staatlich unterstützte) Bau von 400.000 Wohnungen gefordert wird, ist unklar. Muss man den Wohnungsmangel in 2 Jahren beheben?
Sind die seit Jahren gemeldeten 900.000 Wohnungen durch die jährlichen 250.000 Wohnungen in den letzten Jahren nicht weniger geworden? Die Zahl 900.000 ist so nämlich seit 3 Jahren konstant in den Medien.
Ich habe letztens ein Straßeninterview eines Bewohners einer Kleinstadt, soweit ich mich erinnere aus Sachsen, im Fernsehen gesehen.
Der lobte die Einwohner seines Landes, zumindest der Einwohner mit derselben politischen Orientierung.

Früher hätten sie Asylantenheime angezündet, während die Asylanten darin gewohnt hätten. Jetzt würden sie die Heime anzünden bevor jemand da einzöge.
Dies hielt er für einen großen moralischen Fortschritt.

Das ist doch Gutmenschentum oder?
@dorfdepp: geht man auf die Seiten des statistischen Bundesamtes, erhält man die Information, dass es z.B. in 2014 (letzter dort veröffentlichter Stand) in D etwa 41 Mio Wohnungen gab.
Die Leerstandsquote lag im selben Jahr bei 8%.
Nun muss man eine gewisse Fluktuationsqoute berücksichtigen. Das IW in Köln nennt hier die Zahl von 2,5%.
Das heißt, in 2014 bestand eine echte frei Wohnungsreserve von gut 5%, entsprechend 2 Mio leerstehender Wohnungen.

Das ist übrigens kein Widerspruch zu der Zahl von 900.000 fehlenden Wohnungen. Ohne den Bericht zu kennen (Dein Link führt im Kreis) würde ich vermuten, dass hier die aktuelle Bautätigkeit in den Ballungsräumen(!) mit der Zahl an Wohnungen verglichen wurde, die hier(!) gebaut werden müsste und die Differenz über drei bis fünf Jahre kumuliert. Jedenfalls passiert das in inhaltlich vergleichbaren Artikeln, die ich gefunden habe.