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Noch Fragen?

Welche Säure wird eigentlich beim Ätzen in der Radierung verwendet? Ist das nicht gefährlich für den Künstler?

Frage Nummer 41144
Antworten (7)
Salzsäure, hochprozentig.
Nein, nur für die Radierung.
HCl ist nicht gefährlich für den Künstler, er braucht es ja auch, um anschließend seine Hände zu waschen. Womit sollte er sonst seine Hände wieder sauber kriegen?
Hmm, also ich habe das einst mit Salpetersäure gelernt, alternativ geht auch eine Essigmischung, die habe ich aber vergessen. Die "geritzten" Platten werden in das Säurebad gelegt, verwendet man Gummihandschuhe und Schutzbrille besteht keine Gefahr.
Man benötigt zum Ätzen einer Radierung einmal Ätzgrund und Eisen III Chlorid, wobei Eisen III Chlorid das Säurebad ist. Ätzgrund wird verwendet um die Metallplatte für die Radierung vorzubereiten beziehungsweise die Oberfläche geschmeidig zu machen. Säure ist nicht ungefährlich uns sollte auf jeden Fall vor Kindern sicher aufbewahrt werden. Man sollte auf jeden Fall die Säure auf den Gebrauch im Atelier, Arbeitszimmer oder einen Kellerraum beschränken, da sie nichts in unserem unmittelbaren Lebensbereich zu suchen hat.
Meist wird Salpetersäure zum Ätzen der Radierplatte verwendet. Bevor sie in das Säurebad getaucht wird, bekommt sie einen Ätzgrund. Natürlich gibt es Sicherheitsmaßnahmen, die bachtet werden müssen. Eine starke Lederschürze, dicke Handschuhe und eine Augenschutzbrille sind unbedingt nötig. Das Einatmen der Dämpfe sollte auch vermieden werden. Auch muss man wissen, wie der Ablauf funktioniert.
Für das Säurebad wird bei Ätzradierungen, die übrigens dem Tiefdruck zugeordnet werden, in der Regel Eisenchlorid verwendet. Vorab wird die Kupfer- oder Zinkplatte, die bedruckt werden soll, ganzflächig mit einem Wachs-Harz-Gemisch bestrichen, dem die Säure nichts anhaben kann. Alternativ verwendet man hierfür auch Asphaltlack. In diese widerstandsfähige Schicht wird dann, meist mit einer Karbonnadel, das Motiv eingeritzt. Man legt mit der Nadel also die Bereiche frei, die dann im Säurebad behandelt werden sollen. Früher hat man übrigens Salpetersäure verwendet, was insofern problematisch war, als sich dabei giftige Dämpfe bildeten.
Zum Ätzen einer Radierung werden - je nach verwendetem Metall - verschiedenste Chemikalien verwendet. Im Mittelalter wurde mit einer Mischung aus Essig, Kochsalz (Natriumchlorid), Ammoniumchlorid und Kupfersulfat geätzt. Lange Zeit war Salpetersäure ein beliebtes Ätzmittel - die allerdings wegen der agressiven Nitrosegase manchem Radierer das Leben kostete. Eisen-III-Chlorid ist für Kupfer geeignet, allerdings ebenfalls gesundheitsschädlich. Das 'Holländische Bad' besteht aus Salzsäure und Kaliumchlorat, verwendet wird auch 'Königswasser' - eine Mischung aus Salzsäure und Salpetersäure. Es gibt zahllose andere Mischungen. Gesund ist nix davon.
Rezepturen und Hinweise gibt es auf der Internetseite www.wp.radiertechniken.de

Viele Radierer sind heute auf 'non-toxic-etching' umgestiegen. Linktipps dazu sind auf www.autenrieths.de/links/radilinks.htm zu finden.