User Image User
User Image User

Noch Fragen?

Welche Seite mit dem Fahrrad fahren?


Ich fahre ein paar Tausend Kilometer Fahrrad im Jahr. Mangels Radwegen auch Straßen, auf denen starker Verkehr ist. Dort benutze ich oft die Gegenfahrbahn, am äußersten Rand. Warum gibt es so viele Autofahrer, die sich darüber ärgern? Abgesehen von der rechtlichen Lage, die ich natürlich kenne, sollte es einem Autofahrer doch vollkommen wurscht sein, ob ihm ein Fahrrad entgegen kommt oder es mitschwimmt.
Frage Nummer 94893
Antworten (30)
Lieber bh: wenn Dir ein Fahrrad auf der rechten Seite auf einem Fahrstreifen auf der Fahrbahn entgegenkommt, erschrickst Du schon!
Lieber Amos, eine Bundesstraße, 2 km gerade aus. Du siehst in etwa 1 km Entfernung einen Fahrradfahrer fahren, mit einer Warnweste. Wo ist jetzt der Moment, der dir einen Schrecken einjagt?
Ich hatte mal fast mit so einem Iditoten einen Unfall, weil er mir voll ins Auto rasen wollte. Fand ich nicht witzig!
Ein T streichen. Innerstädtisch. Vorort mit relativ ruhigem Verkehr.
Er kam mir auf meiner Fahrspur auf der Radfahrerspur (NICHT-durchgezogene Linie) entgegen. Da es hier relativ bergig ist mit erheblicher Geschwindigkeit!
Auch für dich als Fahrradfahrer, und ich wohn ihn der Fahrradhauptstadt Deutschlands wie nun mal jeder weiß. hätten die Cops dich schon längst rausgezogen, gilt, wenn kein Radweg da ist auf der Fahrtrichtungsfahrbahn rechts zu fahren, und auf gar keinen Fall entgegensetzt.
Was ändert sich in deinem Verhalten, ob du dich nun dem Fahrradfahrer von hinten näherst, oder er dir ins Gesicht schaut? Das Hindernis Fahrradfahrer ändert sich nicht, der ist da, egal, in welche Richtung er fährt. Die Geschwindigkeit kann es eigentlich auch nicht sein. Es müsste doch für einen Fahrer kein Problem darstellen, ob er sich nun mit 27m/s oder 33m/s einem Hindernis nähert. Du hast doch sofort nach Erkennen deine Ausweichstrategie parat.
Ich verstehe es einfach nicht. Ich bin auch Autofahrer, und mir ist es absolut egal, in welche Richtung der Fahrradfahrer fährt. Meine Reaktion ändert sich in keiner Weise: Ich fahre an ihm mit dem nötigen Seitenabstand vorbei.
Aber der Sicherheitsgewinn für den Fahrradfahrer ist enorm. Er kann, gerade bei Schwerverkehr, eine Gefahrensituation früh erkennen. Hat dich auf dem Rad schon mal ein 40-to mit 90 km/h überholt? Weißt du, was es da für einen Sog gibt? Und was, wenn du davon, weil der LKW von hinten kommt, überrascht wirst?
Vielen Dank, Opal, für die Belehrung. Lies meinen Threadtext, dann fällt dir auf, dass ich sehr wohl weiß, was richtig ist oder falsch. Ich versuche nur zu ergründen, wo das Problem ist.
Wenn er Dir voll auf die Karre fährt und evtl. schwer verletzt ist, interessiert mich das schon.
das ist aber immer noch besser, als wenn ein 40 Tonner in dich rein fahrt, nur weil du auf der falschen Straßenseite unterwegs bist. Und Straßen haben auch Kurven, da sieht dich nicht jeder aus 2 km Entfernung.
bh, das war keine Belehrung, nur ein Hinweiß darauf das du bei uns so keine 1/4 Std fahren würdest. sondern bei dem nächstbesten Cop, und davon sind einige bei uns unterwegs, dein Portmonnaie zücken dürftest.
Denis, und was ändert sich, wenn der Fahrradfahrer in die selbe Richtung fährt? Fahre ich entgegen, könnte ich immerhin noch in den Straßengraben ausweichen.
Ihr könnt Argumente bringen wie ihr wollt, an der Situation Fahrradfahrer ändert sich nichts. Außer, dass der Entgegenkommer reagieren kann, der andere nicht.
Ein Freund von mir wurde durch die Luftströmung eines vollgasfahrenden überholenden LKW mit seinem Roller in den Straßengraben gepustet. Schwer verletzt. Was, wenn er den LKW kommen gesehen hätte?
Nein, ich sage nicht, dass auch Roller entgegen fahren sollen, ich sehe es lediglich als Sicherheitsplus für mich als Fahrradfahrer.
Dein Sicherheitsplus ist aber nicht konform mit der STVO.
Zur Verdeutlichung: ich hatte eine gefährliche Situation, als mir ein Radfahrer auf der rechten Straßenseite fast ins Auto gefahren wäre. Ich konnte nicht ausweichen! Und er kam mir bergab mit bestimmt 40 km/h entgegen. Das hätte böse enden können.
Nein, mir ist es nicht wurscht.
1) Ich fahre sehr viel Auto und das meiste dabei kommt mittlerweile "aus dem Rückenmark". Durch ständiges Wiederholen und üben sind Abläufe "programmiert.
Ein Fahrzeug, das mir auf meiner Spur entgegenkommt ist eine extreme Abweichung von dem Programm und da ist es fast egal, ob das überholender Gegenverkehr ist oder ein durchgeknallter Radler, der das für eine gute Idee hält.
2) Du gehst so locker über die Relativgeschwindigkeit hinweg. Zu einem Radfahrer, der sich in meine Richtung bewegt, habe ich eine Relativgeschwindigkeit von vielleicht 40 km/h (er 20, ich 60, ist ja vielbefahren), in Gegenrichtung sind es 80 km/h. Wo Du da einen Sicherheitsgewinn siehst, insbesondere bei dem "Sog", ist mir ein völliges Rätsel.
TBC
3) Haben Radfahrer auf einer zweispurigen Bundesstraße nichts zu suchen. Punkt. Aus. Ich weiß, dass es erlaubt ist, aber da könnte man eigentlich auch einen Trecker auf die Autobahn lassen. Ich bin auch relativ viel Fahrrad gefahren und nach meiner Feststellung gibt es immer einen anderen Weg (zumindest in D, auch wenn der nicht immer asphaltiert ist).
Lieber ing, ich bin erstens nicht durchgeknallt, und 2. erklär mir das noch mal mit der Geschwindigkeit, wenn dir ein Fahrradfahrer mit 20 entgegen kommt. Wenn du 60 fährst ist die Annäherungsgeschwindigkeit doch 80 oder irre ich mich da? Das ist jetzt ein reines Verständnisproblem, welches ich mir von einem Ingeniör gerne erklären lasse.
Und mein Sicherheitsgewinn ist der, dass ich in dem einen Fall vom LKW überrascht werde, und im anderen Fall den LKW kommen sehe und mich darauf einstellen kann.
auch nach viermaligem Durchlesen finde ich keine andere Aussage bei mir, als dass die Annäherungsgeschwindigkeit 80 km/h ist. Was ich Dir da den Unterschied erklären soll, wenn Du das gleiche Ergebnis hast, ist mir nicht klar.
Ansonsten: der Sog geht quadratisch mit der Geschwindigkeit, ist also bei doppelter Relativgeschwindigkeit viermal so hoch.
Dein Sicherheitsgewinn kommt nach Deiner Aussage daraus, dass Dich ein LKW nicht überraschen kann. Ich weiß nicht, wie ich das verstehen soll. Mich überrascht auf einer vielbefahrenen Bundesstraße kein LKW (und auf einer leeren schon gar nicht), wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und dabei keinen MP3-Player im Ohr habe.
Lieber ing, dein Satz war: "Zu einem Radfahrer, der sich in meine Richtung bewegt, habe ich eine Relativgeschwindigkeit von vielleicht 40 km/h (er 20, du 60)" Das hat mich etwas irritiert. Meiner Meinung nach müssten sich die Geschwindigkeiten zweier sich aufeinander zu bewegender Objekte addieren. Aber vielleicht stehe ich da gerade auf dem Schlauch.
Ings Aussage ist vollkommen korrekt: Wenn beide in die gleiche Richtung fahren: 40 km/h Relativgeschwindigkeit, wenn beide sich entgegenkommen: 80 km/h
es ist zuerst ein MENTALES Problem, lieber Bh_roth: Hier in Deutschland herrscht Rechtsverkehr - und due rechnest einfach nicht damit, dass Dir auf "Deiner" Straßenseite ein anderes Fahrzeug entgegenkommt. Selbst wenn Du ihn rechtzeitig siehst, bist Du erstmal irritiert. (Mit "du" meine ich nicht Dich persönlich!)
Ok. Ich habe meinen Fehler. Zum trölfzigsten Male durchgelesen, und schon erkannt. Ing meinte mit "in seine Richtung" in die selbe Fahrtrichtung, ich habe "in seine Richtung" mit entgegen fahren interpretiert. So ist das, wenn man aneinander vorbeiredet.
lieber hp, da kommen wir der Sache näher. Es ist ein menthales Problem, welches ein Autofahrer damit hat, dass da etwas geschieht, was nicht geschehen dürfte. Obwohl man Fußgängern rät, genau das zu tun, mit genau den Argumenten (man sieht, wer einem entgegen kommt, und das ist sicherer für den Fußgänger), die für Radfahrer plötzlich nicht mehr gelten. Ich habe mir beides überlegt. Mich stört es als Autofahrer nicht, ich fühle mich als Fahrradfahrer sicherer, und dann muss ich eben 2x 10 Euro einstecken, oder mit dem Mountain-Bike die Geländeflucht antreten, wenn die Sheriffs kommen.☺☺☺
dass einem ein Fußgänger entgegenkommt, hat der Autofahrer in der Fahrschule gelernt; es ist ihm nicht unebkannt. Außerdem nimmt ein Fußgänger seitlich nicht viel Platz in Anspruch, ein Radfahrer unter Umständen schon. Und was beim "Überholen" (beide haben die gleiche Fahretrichtung) selbst eines in der Fahrbahnmitte fahrenden Radlers problemlos funktioniert, wird auf einmal zu einer Stresssituation. Ihr seid auf Kollisionskurs, da ist nixmit "überholen", da schaltet das Gehirn in den Modus "Ausweichen!!!", Du kannst mangels Übung und erfahrung nicht abschätzen, wann Du mit dem Ausweichmanöver spätestens beginnen musst, und das führt zu Stress und kann damit verbunden zum Verreissen des Lenkrades führen - einfach weil der "Ausweichmodus" längst nicht so fest im Kopf trainiert und verankert ist wieder "Überholmodus"
Merke: bloss weil du damit kein Problem hast, bedeutet das nicht, dass niemand damit ein Problem haben darf. (Nimm das jetzt aber bitte nicht persönlich...)
Wer ist bhroth?
ich glaube, wir hatten eine ähnliche Diskussion mal rund um die Frage "blinken in einsamer Nacht".
bh mit seiner jahrelangen beruflichen Reaktionsschulung war der Meinung, er könne das mit dem Blinken fallweise entscheiden und würde stets zum richtigen Ergebnis kommen - und das hieße bei Nacht ohne Verkehr blinkt er nicht.
Ich hingegen blinke immer, weil bei mir der Automatismus läuft, weil ich eben nicht fallweise entscheiden will.
Und darum bleibe ich bei dem -aus meiner Sicht- durchgeknallten Radfahrer und werde den von der Strecke hupen, wenn er mir begegnet. Nimm das nicht persönlich - Du wolltest wissen, warum sich Dein Gegenverkehr ärgert. Von hphersel kam die sachliche Version, von mir jetzt die emotionale.
HP und Ing, ich nehme in dieser Runde niemandem gar nie nichts übel. Es war ein erwartet erfrischender, kontroverser Austausch. Ich persönlich muss lernen, dass ich meine eigene Toleranz gegenüber ungewöhnlichem, unerwartetem nicht auf andere projizieren darf. Ich hatte beruflich so viele extrem gefährliche Situationen, dass man darin abstumpft, etwas als kritisch einzustufen. Das solltet ihr nicht als überheblich bewerten.
Lieber Amos, wer bin ich? Ich bin der, der nach 8 Beiträgen nicht mehr antworten konnte, und daher auf einen anderen Nick ausweichen musste, der extra dafür angelegt wurde. Das sollte aber kein Geheimnis sein.
Vor allem der Fußgänger kann notfalls auch mal abseits auf die Wiese gehen, wenn es kritisch wird. Der Fahrradfahrer muss auf dem Asphalt bleiben. Daher ist das schon was anderes.
So jetzt gebe ich da auch noch meinen Senf dazu. Den Thread hatte ich in Österreich schon interessiert mitgelesen..ggg.
Wenn ich mir das auf einer kurvigen Strasse vorstelle, dann bricht mir der Angstschweiss aus. Und zwar deshalb, weil ich bei heftigem Gegenverkehr nicht genug Abstand zu dem entgegenkommenden Radler halten kann. Wie oft muss ich bremsen und hinter dem Radfahrer bleiben, weil ich ihn nicht ohne ihn zu gefährden überholen kann. Wie soll das bei einem entgegenkommenden gehen? Rechts kommt mir der Radfahrer entgegen und links ein großer LKW - tolle Wurst. Dann muss ich mich in Sekundenbruchteilen entscheiden, mit wem ich zusammenknallen möchte.