User Image User
User Image User

Noch Fragen?

Werden wir bei den erneuerbaren Energien nur getäuscht?

Bin die Tage zweimal der Länge nach über unsere Republik geflogen. Dabei hatte ich durch die hervorragende Fernsicht einen super Ausblick auf die Windkraftanlagen. Allerdings, höchstens 30% hatten sich gedreht. Jetzt könnte man noch mit den Zeiten von wenig Verbrauch kommen, die Flüge waren um 10Uhr morgens und 18 Uhr abends, ein Unterschied war nicht zu erkennen. Anlagen mit 10 - 20 Windrädern und davon standen die Meisten. Im Zielland sah das anders aus. Von 20 Windanlagen drehten sich mindestens 19 und ich rede von einem hoch entwickelten EU Land, dass unserem in nichts hinterher hinkt. Müssen wir auf Teufel komm raus bei uns die alten Dreckschleudern und Kernkraftwerke laufen lassen und setzen nur sporadisch auf die alternativen Energien?
Ich denke wir werden verarscht.
Frage Nummer 3000099103
Antworten (7)
Gegenfrage: In welcher Beziehung wird der deutsche Michel von Regierung und Wirtschaft denn nicht verarscht?
Die üblichen Windräder sind von der Konstruktion her Wasserräder und auf kontinuierlichen Wind aus einer Richtung angewiesen. Windräder in der Art von Windmessern, die Wind aus allen Richtungen aufnehmen, wären im Binnenland besser.
Einer der drei Thesen (Windräder werden deaktiviert, wir werden verarscht, Wind kommt aus falscher Richtung) kann ich jetzt schon zustimmen.

An welchen Datum war die Beobachtung? Wir könnten und sollten zur Klärung die Windverhältnisse an dem Tag checken.
Windräder, besser: Windkraftanlagen, sind Wasserräder und drehen sich nicht in den Wind...? Was soll denn dieser Quatsch?
Unser Rheinhessen hier steht voller Windrotoren und ihr könnt mir glauben, die drehen sich allesamt in den Wind. An ihrer Drehrichtung kann man sehr schön ablesen, woher der Wind weht - eine WKA dreht sich immer im Uhrzeigersinn.
Und ja, manchmal produzieren die so viel Strom, dass einige abgeschaltet und aus dem Wind gedreht werden (je Windrad bis 5 MW). Ach ja, bei weniger als 3m/s Windgeschwindigkeit stehen die tatsächlich auch still...
Er hat nicht recht, aber auch nicht ganz unrecht ...

Die installierte Kapazität an erneuerbaren Energien liegt meines Wissens mittlerweile bei über 90% des normalen Stromverbrauchs.
Andererseits kann man tatsächlich Kernkraftwerke nicht mal eben so einfach herunterfahren und auch die Flexibilität der Kohlekraftwerke ist begrenzt. Es gibt also eine beständige Grundversorgung aus diesen Kraftwerken heraus. Das allerdings ist dezeitiger Stand der Entwicklung, das wissen (eigentlich) alle (oder könnten es zumindest wissen) und rechtfertigt nicht den Begriff "verarscht".

Wenden wir uns also mal seiner Beschreibung zu: exzellente Fernsicht heißt bei mir "wolkenloser Himmel" und damit volle Kapazität aus der Sonnenenergie.

Wenn aber die Grundversorgung läuft und die Photovoltaik dazu kommt, dann braucht man kaum noch Windenergie. Ich halte es durchaus für vorstellbar, dass man die Windräder in dem Fall gezielt aus dem Wind dreht.
Cheru: Auf den Windrädern ist ein Windmesser installiert, der die Windrichtung prüft. Je nach Bedarf dreht dann die Anlage die Rotoren. Die Rotoren (?) bei Windmessern sind horizontal eingebaut. Dadurch dreht sich ein Windmesser nach dem Wind. Windmesser benötigen auch keine meterhohen Stangen.
Das liegt an den Leitungsengpässen, d.h. die Stromleitungen können gar nicht so viel Strom aufnehmen, wie produziert wird. Die dafür notwendigen Stromtrassen werden gerade erst gebaut, was aber dauert. Zudem werden weiter Windräder genehmigt, obwohl klar ist, dass die mangels Leitungskapazitäten ständig abgestellt werden müssen. Und diesen "Wegwerfstrom" müssen wir dann alle trotzdem bezahlen.