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Noch Fragen?

Wie ehrbar sind Lebensmittelspenden?

Vor wenigen Tagen ging ein Entrüstungssturm durch die Presse: Bäcker sollten auf geschenktes Brot an Tafeln Steuern nachzahlen. Andererseits verdient ein Bäcker doch ganz ordentlich an seinem nahezu wertlosen Brot, wenn er sich von den Empfängern eine Spendenquittung ausstellen lässt. Und woher sollte das Finanzamt davon ansonsten erfahren? Was meint ihr?
Frage Nummer 45852
Antworten (7)
Das ist ein völlig falscher Ansatz: er hat das Brot/Brötchen produziert und dadurch Kosten gehabt. Ich finde, das den Tafeln zur Verfügung zu stellen vernünftiger, als es im Schweineeimer zum nächsten Bauern zu fahren. Wenn ihn das FA dafür bestraft, halte ich das für absolut verfehlt. Demnächst werden auch noch die Restposten in Supermärkten doppelt besteuert, oder? Weitere Information: Das hat mit Brot und Brötchen nichts zu tun, zeigt aber den Irrsinn des deutschen Finanzwesens.
Am Ende des Berichtes wurde aber auch aufgezeigt wie er das umgehen kann. Er braucht das Brot nur für einen Euro verkaufen, unabhängig von der Menge. Dann wird nur diese eine Euro als Berechnungsgrundlage hergenommen. Dieses wundervolle Steuerrecht führt in dieser Region hier zu einem echten Problem. Einige der Bäcker entsorgen nämlich ihre Reste Lieferwagenweise in der Natur.
Amos hat völlig recht. Ich stimme ihm voll zu.

StechusKaktus: Woher nimmst Du Dein Wissen, dass die Tafeln für gespendete Lebensmittel Spendenquittungen ausstellen? Oder sagst Du das "mal einfach so"??

Ich habe jahrelang Lebensmittel für eine Tafel eingesammelt; es gibt keine Spendenquittungen. Das ist, aus der Praxis der täglichen Arbeit heraus auch garnicht machbar.

Also besser nichts behaupten, was frau nicht weis.
Ich kenne diesen Bericht, habe aber kurze Zeit danach gelesen, dass angeblich kaum Finanzämter von der Möglichkeit, die Spenden zu versteuern, Gebrauch machen. Des Weiteren wird angeblich an einer gesetzlichen Lösung des Problems zugunsten der Spender gearbeitet.
Leider weiß ich nicht mehr, wo dieser Bericht war, ich hätte mir das sicher gemerkt, wenn ich geahnt hätte, dass dies hier zum Gegenstand wird.
Spendenquittungen gibt es zumindest bei der Tafel bei der ich arbeite nicht, jedoch einen Beleg über die Anzahl der Kisten. Darüber hinaus wird ein großer Teil an hiesige Bauern verteilt, zur Verfütterung an Schweine oder der Biogasanlage. Da liegt für mich das Erschreckende: pro Tag ca. 1/2 Sprinterladung überschüssiges Brot alleine für die Tafel, dazu noch Überschuß für den Bauern, bei einer einzelnen Großbäckerei in einer mittelgroßen Stadt
Danke für die Anregungen. Aber wenn es keine Spendenquittungen gibt, woher weiß dann das Finanzamt von der Spende?
Wenn das alte und wertlose Brot für 1 Euro verkauft wird, so ist für mich die Welt in Ordnung und nichts Unmoralisches erkennbar. Mein Problem besteht ja nur darin, dass hier eine Branche Mitleid erregen will, ich mir aber nicht sicher bin, ob nicht faktisch eine Bereicherung stattfindet. (indem durch den Ausweis als Spende noch verdient wird)
Das durch den Ausweis als Spende letzlich verdient werden kann, lässt sich nicht ausschließen. Wir haben einen Obst-und Gemüsegroßhändler, dieser gibt nur absolut frische Ware aus seinem "normalen" Kundensortiment an die Tafel, registriert aber penibel die abgegebenen Mengen. Was solls, die Empfänger profitieren von der frischen Ware, er (der Großhändler) kann den saisonal bedingten Überschuß besser ausgleichen. Und der Musca hatte noch nie soviel Spargel gegessen wie in deisem Jahr. Wem schadet es ?