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Noch Fragen?

Wie kann man sich eine typische Kindheit im Mittelalter vorstellen? Was war da so in Sachen Erziehung 'up to date'?

Frage Nummer 30210
Antworten (5)
Mit ca. 5-6 Jahren war die Kindheit zu Ende. Je nach Geschlecht half das Kind dem Vater in seinem Beruf (z.B. als Handlanger, etc.) oder der Mutter im Haushalt. Up to date war ne ordentliche Tracht Prügel, wenn das Kind nicht gefolgt hat.
Ich sah mal einen unterirdischen Entwässerungskanal, Bestandteil einer mittelalterlichen Burganlage. Das war ein Schacht in 4m Tiefe, ca. 80 cm hoch und 40 breit über eine Länge von über 50 m bergmännisch in den nackten Fels gehauen. Diese Arbeiten wurden damals von Kindern verrichtet, ein Erwachsener hätte sich dort niemals bewegen können. Was Kinder dieser Zeit in der Landwirtschaft alles leisten mussten, damit die Familie überlebt, möchte ich mir gar nicht vorstellen.
damals gab es eingetlich weder erziehung noch kinder im heutigen sinne. der nachwuchs wurde gefüttert und gewickelt bis er groß und kräftig genug war, bei der arbeit zu helfen. kinder anders zu behandeln, weil sie kinder sind, das kam erst in der romantik auf.
Mit einer Erziehung im heutigen Sinne hatte das schon sehr wenig bzw. gar nichts zu tun. Als Kind hatte man ganz einfach zu parieren und musste schon von klein auf mitarbeiten. In nicht seltenen Fällen wurden die Kinder auch völlig sich selbst überlassen oder gar ausgesetzt, weil sie keinen Wert, sondern oftmals einfach eine Belastung darstellten.
Naja, zunächst einmal gab es die eigentliche Kindheitsepoche in vielen Fällen damals gar nicht bzw. sie war stark verkürzt. Die echte Kindheit gab es erst seit der Epoche der Aufklärung - ebenso wie jegliche Art von systematischer Erziehung von Kindern.