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Noch Fragen?

Wie viel sollte man mit seinen Kindern spielen?

Ich unternehme schon ziemlich viel mit meinen Kindern und spiele auch täglich mit ihnen. Nun bin ich aber der Meinung, dass meine vierjährige Tochter sich durchaus mal allein beschäftigen kann und ihr ewiges Gefrage "Mamaaaa? Wann spielst du mit mir?" geht mir, ehrlich gesagt auf die Nerven. Was meint Ihr, kann ich auch mal mit gutem Gewissen nein sagen?
Frage Nummer 20086
Antworten (6)
Da Kinder auch schon ihren eigenen Charakter haben, wird man nicht pauschal sagen können, wieviel ungeteilte Aufmerksamkeit ein Kind braucht. Für absolut wichtig halte ich es aber, daß sich ein Kind in diesem Alter für gewisse Zeit selbst beschäftigen kann. Es sollte sich dabei natürlich nicht abgeschoben fühlen, Sie sind ja in der Nähe, aber akzeptieren, das Mama grade was anderes machen möchte. Ansonsten sehe ich die Gefahr, das Sie einen kleinen Egomanen aufziehen. Und eine genervte Mutter ist sicher auch für das Kind letztlich nicht wünschenswert
Aus eigener Erfahrung ( wir haben vier , von 14 bis 23 ) kann ich Ihnen nur Mut machen, Grenzen zu setzen ! - - AAAAber : eine Vierjährige kann sich nur sehr begrenzt alleine beschäftigen. Bei uns hat es schon oft ausgereicht, wenn ich mich z.B. mit meiner Bügelwäsche in Sichtweite aufgehalten habe oder mit meinem Buch ( ! ) im Kinderzimmer auf einem Sessel saß. Meine jüngste Tochter hatte auch ein eigenes Holz-Bügeleisen und bügelte schon mal vor . . . Seien Sie phantasievoll ! Viel Arbeit lässt sich mit den Kindern erledigen, auch wenn sie nicht unbedingt eine Hilfe sind : sie sind in jedem Fall beschäftigt ( die Kinder).
"Wann spielst du mit mir?" - Das ist eine prima Gelegenheit um die Uhr zu lernen. Eine schöne, große mit Zeigern besorgen. "Ich spiele um 10:00 mit dir, das ist in 15 Minuten, wenn der große Zeiger hier ist und der Kleine da." Und in der Zwischenzeit darf Mama nicht gestört werden ;-)
Ein Problem ist für Kinder ja, das sie die Zeit nicht wirklich abschätzen können. Wenn ihnen die Wartezeit anschaulich in für sie 'ertragbaren' Häppchen präsentiert wird erleichtert ihnen das Warten auch.
Auch ich finde, du darfst getrost auch mal ablehnen, mit der Tochter zu spielen. Du könntest bei deiner Absage aber das Gewicht auf das legen, was stattdessen passieren könnte (statt auf das, was nun nicht passiert). Sprich: Biete ihr konkrete Alternativhandlungen an. Was könnte sie stattdessen also alleine machen? Sich mit sich selber zu beschäftigen will schließlich geübt werden und da braucht es zuweilen am Anfang Anregungen und Hilfestellung.
Vielen Dank für die netten Antworten! Man kann diesem Forum einiges vorwerfen, aber erstaunlicherweise gibt es hier fast nie so plumpe "Rabenmutter!!!!!"-Anschuldigungen (wie in vielen anderen Foren). Das finde ich jedenfalls sehr prima! :-)
Die Idee mit der Uhr ist wirklich gut, die werde ich mal ausprobieren. Und Schillafrida, Sie schöpfen wirklich aus einem riesigen Erfahrungsschatz! Aber die Vorschläge, was meine Tochter allein machen könnte, klappen nicht, denn sie will ja nichts allein machen. :-/ Ich denke, ich werde meine Tochter graduell daran gewöhnen, dass ich auch "mal" nicht spiele aber dann immer wieder doch, damit sie merkt, dass es mal so und mal so ist. Ich werde mich nicht mehr so bedrängt fühlen, denn letztlich bestärken Sie mich alle in meinem Wunsch, auch ab und zu mal "nein" zu sagen. :-)
@ Schillafrida: Ups, die Antwort oben von mir liest sich etwas unglücklich: Also, ich finde Ihre Idee gut, das Kind mit in die täglichen Geschehnisse und Aufgaben einzubinden. DAs tue ich auch in etwa so, wie Sie es beschreiben. Aber das Lesen nebenher klappt gar nicht (Meine Tochter fordert zu lautstark die Aufmerksamkeit ganz, wenn ich im Raum bin). Aber Kinder sind da vielleicht auch verschieden. Habe gestern herausgefunden, dass es erstaunlich gut klappt, meine Tochter anzuregen, sich selber mal ein Buch zu nehmen, ich kann aber nur im Nebenraum lesen. Dann vertieft sie sich für eine Weile. Jedenfalls haben Sie mich dazu angeregt! Danke! :-)