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Gast

Wieso sind (Milchvieh-) Landwirte nicht massenweise von Ehec Krankheiten betroffen, wenn der Erreger über die Gülle übertragen wird?

Wenn Landwirte Wiederkäuer halten, dann werden sie mehr oder weniger häufig mit der Gülle in Kontakt kommen. Dann wäre die Menge an Erregern mit denen er in Kontakt kommen würde, doch auch viel größer, als die mit der ein Verbraucher durch ein Salatblatt & etwas Gurke in Kontakt kommt. Warum werden dann Landwirte nicht ständig & massenweise krank - und vor allem jetzt wo anscheinend so ein aggressiver neuer Erreger vorkommt? Kommt der Ehec Erreger immer im Darmtrakt der WDK vor?

Frage Nummer 19765
Antworten (12)
Ich habe mal unseren Bio-Bauern mit Rinder- und Schweinehaltung und Hofladen gefragt, was er zum Thema "Gülle auf Salat, Gurken & Co." hält: Er hat sehr laut gelacht! Und zum Thema Kontakt mit der Gülle nur gemeint: Greifen Sie denn öfters mal ins Klo? Eben!
1. das EHEC-Bakterium welches in aktuellen Fall umgeht ist um soviel gefährlicher, das die gängigen coliformen dagegen wie Lämmer neben einem Wolf wirken.
2. Auch Bauern haben wenig Lust in Gülle zu baden.
3. Gerade zur Düngung von Feingemüse wird eher Mist als Gülle genommen.
4. ja in jedem Darmtrakt jedes Lebenwesens kommen coliforme Bakterien vor, die arbeiten nämlich für uns, die pathogenen auch, aber vor allem Wiederkäuer haben viele davon im Mastdarm.
PPM = Pure Panik-Mache. Siehe hier...
Lieber starmax, deine Statistik ist in diesem Fall purer Blödsinn - sie stammt nämlich vom 25.05.2011..

Inzwischen sind die Fallzahlen bereist deutlich höher als in den Vorjahren (und das Jahr ist noch nicht zu Ende); ausserdem sagt diese nichts über die Schwere der Verläufe aus.
Versteh mich nicht falsch - aber sowas ist genauso blödsinnig wie die übertriebene Panikmache der Medien.

Zur Frage selbst: Einerseits wohl eine gewisse Vorsicht im Umgang mit den "Abfallprodukten" der Produktion, andererseits auch Abhärtung/Gewöhnung an den Erreger selbst.
Oder warum wohl leiden die einheimischen Ägypter nicht fortdauernd an Pharaos Rache wie der durchschnittlich vorsichtige Tourist?
@alex64: Das heißt, in den letzten 6 Tagen hat es über 600 neue Erkrankungen gegeben? Das glaubst Du doch selber nicht.
weil sie ihre gülle nicht selber essen :-) wie wir das gemüse wo die gülle noch dranhängt!
Es geht weniger um die Menge an Bakterien die aufgenommen werden, wenn der Mensch verschmutztes Gemuese isst sondern eher um die Infektionsroute. Landwirte werden eher selten EHEC ausnehmen, da die Infektion ueber die orale Route passiert. Und die meisten Landwirte wissen zu verhindern, dass dies passiert, sie werden sich die Haende waschen, wenn sie mit Guelle oder anderen Faekalien in Kontakt gekommen sind. Eine Gurke oder ein Salat, die mit dem Bakterium in Kontakt gekommen sind werden vielleicht aber nur kalt bzw kurz abgespuelt und kommen somit als Uebertraeger in Frage. Der EHEC Erreger ist uebrigens nicht neu, die Biologen kennen ihn, er tritt nur durchaus seltener auf, als andere Typen des EHEC (ahnlich wie bei den verschiedenen Grippetypen). Und ja, es ist immer der Darmtrakt. Normalerweise ist EHEC uebrigens eher fuer Durchfallerkrankungen bei Kindern bekannt und tritt meist in Gruppen auf zB Kindergaerten, wenn Rindfleisch oder Rindermett verseucht und nicht vollstaendig durchgebraten ist.
Schon mal über die EHEC Mutation AUSSERHALB des Tieres nachgedacht?
O104:H4 könnte sich doch in Biogas Anlagen entwickelt haben.
Immerhin sind dort ideale Bruttemperaturen von 37°C, natürlich eine extreme Ballung von EHEC und noch dazu die Antibiotika Rückstände des Impfwahnsinns.
Wenn dann der sog. Fäkalienkuchen (Abfallrest / Bioklärschlamm) als BIO-Dünger an BIO Gemüsebauern verkauft wird,???
Wie lange geht das gut, bis über die Logistikketten (Supply Chain) die ersten Erreger beim Verbraucher im Darm landen??
Da die Mutatation O104:H4 offensichtlich hoch infektiös ist, wird dann von Mensch zu Mensch, Toilette zu Toilette, Handklicke zu Handklinke übertragen.
Und auf jedem Burger ist ne Tomate und ne Gurke sowie Salat. Mahlzeit.
Es ist wohl anzunehmen, dass eine hohe Immunität aufgebaut wird. Man ist doch gegen Bakterien / Keimen und Bakterien der eigenen Umwelt viel besser gefeit als gegen fremde.

Es heisst ja auch, dass die Kinder von Bauern beileibe nicht so viel erkranken weil in deren Umfeld nicht alles unbedingt keimfrei ist.
Als Milchbauer kann ich sagen: Ich komme täglich mit den Ausscheidungen der Tierchen in Berührung, das ist zwangsläufig so. Und es kommt auch vor, dass mal ein paar Spritzer direkt in den Mund gelangen, weil man während der Melkarbeit oder wenn Geburtshilfe geleistet wird (...da entleert sich der Darm manchmal mit Volldampf) unter dem Auslass steht/kniet. Die Kuh gibt keine Warnung.
Ich kenne keinen Kollegen, der zur Zeit kränkelt.
Ende Teil 1
Teil 2
Und Gemüsebauern werden i.d.R. keine Güllegaben geben, weil der Salat usw. viel zu schnell wächst (..oder in Gewächshäusern), der Nitratgehalt im Gemüse nicht oder schlecht vorhersehbar ist, da die Stickstoffnachlieferung aus organischen Düngern wenig planbar verläuft. Also es besteht für den Gemüsebauern kaum Anreiz, Gülle oder Mist zu düngen, da er diese Stoffe auch zukaufen müsste. Es sei denn, er arbeitet nur mit organischen Düngern (..Biologisch arbeiten ja alle Landwirte irgendwie).
Aber vielleicht haben nur ein paar Vögel auf das Gemüse geschissen.
Schade ist die miserable Berichterstattung und vielleicht auch die Laborarbeit, alle wollen wieder Geld mit schlechten Nachrichten verdienen.
Gute Nacht!
Nicht die Gülle ist das Problem. Da sind doch nur "normale" EHEC Bakterien drin.
- > Sondern mit dem Bio Dünger aus den Resten der Biogas-Anlagen. In einer BGA könnte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit diese neue Variante gebildet haben.
Zur Mutation von Genen bzw. Erbgutanpassung ist eine drastische Veränderung der Existenzbedingungen notwendig.
In einer BGA finden wir:
37°C = Optimale Brutbedingung
Dadurch Vermehrung bzw. Überbevölkerung der in der Gülle vorhandenen Erreger = Stress = Anpassung = Erbgutveränderung. -> mehr Aggression, die stärksten Stämme überleben.
Reste von Antibiotika (Präventiver Impfwahnsinn an Nutztieren) = Resistenzentwicklung gegen diese.
Und siehe da, wir haben irgendwann eine neuen Variante, die nun mit dem Biodünger ausgebracht wird.