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Noch Fragen?

Wieso werden offensichtliche Mörder (Breivik, Holmes) immer als "mutmaßliche" Täter bezeichnet?

Soll hier etwas schön geredet werden? Oder nur dem Gesetz entsprochen werden? Der Täter wird doch nicht erst durch einen Richterspruch zum Schuldigen!
Frage Nummer 45720
Antworten (14)
Doch. In dubia pro reo. Wir haben Gewaltenteilung, das heisst, selbst wenn einer wie Breivik vor der Polizei seine Untaten gesteht, muss er von einen ordentlichen Gericht verurteilt werden. Erst dann ist er schuldig, vorher ist er nur mutmaßlicher Täter. Das mag umständlich erscheinen, aber in anderen Ländern wären viele froh, diese Rechtssicherheit zu haben.
@dara: in dubio pro reo. ;-) *klugscheiß*
@ Amos
Bin nur Lateinlaie. "In mens sana corpore sano." Wer in die Mensa geht, braucht einen gesunden Körper?
Er wird erst durch den Richterspruch schuldig erklärt.
Situs wilate inisse tabernet.
@ antwortomat
"situs vilate inisse tabernet" (klugscheiß, det kann ick ooch)
Und dann noch dies: Es gilt die Unschuldsvermutung- auch wenn's weh tut. Man darf nicht den Rechtsstaat einfordern, und dann, wenn er unbequem wird, in Frage stellen.
Um noch mal auf die Frage zurückzukommen: ein Mörder wird doch nicht erst dadurch zum Mörder, daß ihn ein Gericht verurteilt. Er IST doch schon vorher der Täter!
Amos,
ist ja richtig. Ein Mörder wird dann zum Mörder, wenn er jemanden ermordet hat. Aber vor Gericht wird er erst dann zum Mörder, wenn er als solcher verurteilt worden ist. Deswegen durften in der Vergangenheit viele Nazi-Mörder (sie sterben aus) und DDR-.Mauerschützen straffrei davonkommen. Das mag ungerecht erscheinen. Aber ein paar Längengrade weiter östlich werden immer noch Unschuldige eingesperrt. Die wurden dann durch Richterspruch zum Schuldigen erklärt. In Afrika ist das Recht mitunter noch etwas unübersichtlicher, perfekt ist es nirgends. Also, wie hätten wir's denn gern?
Glaubt ihr unsere Justiz ist perfekt? Auch bei uns gibt es etliche "Mörder", die auch so genannt werden dürfen, obwohl sie nichts getan haben!
Richtig, sockenpuppe, es ist ja auch höchstrichterlich entschieden worden, dass ein Soldat als potenzieller Mörder tituliert werden kann, und dies keine Beleidigung darstellt.
Bei Breivik wird es sicherlich auf Mord hinauslaufen. Was ist aber mit den Verdächtigen, die in einigen Publikationen schon als sicherer Täter dargestellt werden, was dazu führen kann, dass es im Internet zu Lynchaufrufen kommt, obwohl sich später herausstellt, dass sie unschuldig sind? Es gibt Leute, die Taten gestehen, die sie gar nicht bestanden haben, oder der Richter entscheidet auf Totschlag ... und und und ...
Darum gilt die Unschuldvermutung und das ist gut so ...
Mutmaßlich bedeutet ja, dass davon auszugehen ist. Juristisch ist er es aber erst nach der Verurteilung. Seriöse Medien sprechen daher so lange von einem "mutmaßlichen" Täter. Und ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem das so ist!
Frage mich auf der anderen Seite, warum sich Musikkonzerne einfach IP-Adressen ausdenken dürfen und die entsprechenden Nutzer werden dann verurteilt wegen Filesharing ohne jegliche Beweise. Da ist beispielsweise die 80-jährige Oma dabei, die sich eine Hardrock-CD runtergeladen haben soll. Da gilt nicht im Zweifel für den Angeklagten, sondern im Zweifel für den Ankläger.
Da ich hier "schlecht" bewertet wurde, muss ich etwas klarstellen: Was ich geschrieben habe ist Tatsache, Es deckt sich nicht mit meiner Meinung, und es heißt nicht, dass ich diesen Richterspruch billige. Im Gegenteil. Und wer mich kennt, weiß warum.