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Noch Fragen?

Wieviel hat eigentlich die Aufgabe der D-Mark gekostet?

Und wieviel neue Arbeitsplätze hat der Euro gebracht? Sollte Deutschland den Euro aufgeben, würden immense Kosten entstehen. Woher eigentlich? Die DM muss nicht aufwerten, sie kann bei 2 DM pro Euro stehen bleiben. Die Schweiz hat es ähnlich gemacht, als der Franken stieg. Funktioniert.
Frage Nummer 48560
Antworten (17)
Wenn der Übergang von der DM zum Euro angeblich kostenneutral war, warum sollte es umgekehrt anders sein? Warum verlieren wir erheblich Arbeitsplätze, wenn der innereuropäische Handel in den letzten Jahren im Volumen gesunken ist? Es gibt keinen Grund, die DM aufzuwerten, sie kann auf dem Niveau des Euro bleiben. Damit lebt unsere Wirtschaft jetzt, warum sollte es zukünftig nicht mehr gehen?
Solange der Markt die Währungsrelationen durch Angebot und Nachfrage bestimmte, wurde die unterschiedliche Produktivität durch den Wechselkurs ausgeglichen. Beispiel: Die italienische Werkzeugmaschine war nach einer Abwertung der Lira für 90 statt für 100 DM zu haben. Das führte zu höherer Nachfrage nach italienischen Maschinen und damit auch zu Arbeitsplätzen in Italien. Wenn der Wechselkurs nun eingefroren wird, kostet die italienische Maschine 100 DM und dann kaufen die Kunden eben lieber die deutsche Maschine, denn die ist fortentwickelt worden und trotzdem noch für 100 DM zu haben. Daher führt ein fester Wechselkurs zu Arbeitsplätzen in den Ländern mit höherer Produktivität. Was passiert nun in den Ländern mit niedrigerer Produktivität?
Die Länder mit niedrigerer Produktivität können nicht mehr zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten. Konsequenz: Entweder die Betriebe werden subventioniert (gerne mit EU-Mitteln), um die weniger wettbewerbsfähigen Produkte wieder attraktiver zu machen oder die Arbeitslosigkeit steigt. Genau diese Effekte sehen wir derzeit in Italien, Spanien, Portugal, Griechenland usw. Würden wir heute also den Euro wieder gegen Währungen tauschen, deren Wechselkurse sich entsprechend der Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften entwickeln, so wäre das mit einer extremen Aufwertung der DM verbunden. Damit könnten sich die weniger produktiven Länder die deutschen Produkte nicht mehr leisten, der Umsatz würde in vielen Unternehmen zurückgehen und damit wären auch Arbeitsplätze betroffen.
Falls die DM deinem Vorschlag folgend nicht aufwerten würde, erzielst du im Vergleich zum Euro keinen Effekt. Und was ist mit den Schweizern? Die haben gemerkt, dass der starke Franken zu einem Einbruch des Exports führt, weil keiner mehr die teuren Produkte von Hilti, Esge und co. bezahlen kann. Der Einzelhandel in Grenznähe hat massive Umsatzeinbußen, weil alle in Deutschland einkaufen. Die Schweiz hat dann den Franken fest an den Euro gekoppelt. Bei einer kleinen Volkswirtschaft geht das auch, für Deutschland bliebe dieser Weg aus politischen Gründen verschlossen. Denn die anderen Länder würden sich zu recht dagegen wehren. Weitere mögliche Konsequenz von künstlich erzeiugten Wechselkursen ist ein Schwarzmarkt. Mal sehen, wann wir den bekommen. Dann haben wir hier usbekische Verhältnisse...
@ Stechus Kaktus
Die Logik ist umwerfend, sie wirft mich um. Das tun wir doch zurzeit, wir subventionieren unsere Kunden mit unserem Geld, damit sie unsere Produkte kaufen. Das ist so, als wenn ich im Restaurant sage, Herr Ober, bringen Sie Geld, ich möchte zahlen. Mit Marktwirtschaft hat das nichts mehr zu tun. Dem Steuerzahler wird irgendwann die Puste ausgehen, den Südländern Geld in die Tasche zu stecken, damit VW, Mercedes, Audi und BMW ihnen Autos verkaufen können. Den Firmen ist es egal, wer ihre Autos kauft, aber in einem meiner verlinkten Artikel steht, dass in Deutschland die Reallöhne seit 15 Jahren nicht mehr gestiegen sind, in anderen Ländern schon, aber auf unsere Kosten. Und das ist mir eben nicht egal
Korrekt gesehen und beschrieben, Kaktus. Mit der Einschränkung, dass kein Land der Welt seine Währung aufwerten kann - dass bestimmt tatsächlich der Markt über die Nachfrage (so wie der Swiss Franc durch europäische Anlagegelder massivst nachgefragt wurde jund jetzt sogar Strafzinsen erhoben werden). Eine neu deutsche Währung würde wohl mindestens 30-40% aufwerten! Was den Export etwas einschränken würde, dafür aber die Einfuhr (Energie) stark verbilligt und so auch automatisch die Inlandsnachfrage ankurbelt. Früher haben wir das stets im Griff gehabt
na ja, auf irgendeinem Weg muss das Geld 'raus:
- die Griechen (stehen heir stellvertretend auch für die anderen, weil die Griechen so schön plakativ aktuell sind) haben Schulden gemacht und davon deutsche Produkte gekauft. Jetzt sind si überschuldet und brauchen aus Rest-Eurland finanzielle Hilfe. Also gibt D den Griechen Geld.
- hätten die Griechen Haushaltsdisziplin gewahrt und nur das ausgegeben, was sie hatten, hätten sie keine deutschen Produkte kaufen können, hier hätte es höhere Arbeitslosigkeit gegeben, und D hätte den Arbeitslosen mehr Geld geben müssen.
Weg wäre das Geld so oder so gewesen.
To be continued
Das Problem in D (und nicht nur hier) ist doch nicht der Euro. Das Problem ist das Wirtschaftssystem, dass "Wachstum" braucht, mehr Geld, mehr Schulden. Das ist systembedingt und wird irgendwann knallen. Wohl dem, der dann Sachwerte hat.
Übrigens verschuldet sich gerade auch die Schweiz gnadenlos, weil die Festschreibung des Wechelkurses richtig(!) Kohle kostet....von wegen, funktioniert...
@ ing793
Das glaub' ich jetzt nicht. Wir sollen den Griechen Geld geben, damit sie bei uns mehr Panzer und U-Boote kaufen als sie jemals brauchen werden, und dafür sollen unsere die Arbeitslosen weniger erhalten, die mit dem Geld wenigstens die Binnennachfrage erhöhen könnten, damit hier Arbeitsplätze gesichert werden, mit denen die Arbeitslosen finanziert werden? Das gibt doch eine Differenz, die den Griechen zugute kommt und die hierzulande fehlt. Ich klink mich aus, bin im offenbar falschen Film.
Ach die Schweiz tut mir auch leid, mit Wirtschaftswachstum von ca. 1.5 %und praktisch keiner Neuverschuldung . Ist nur noch eine Frage von Jahrtausenden bis die pleite sind. Also ing, die Kirche im Dorf lassen und hier keinen Unsinn über die Schweiz verbreiten.
ach Heinz, zu Ende rechnen macht glücklich.
Laut Deinem Link macht die Schweiz täglich etwas mehr als 7 Millionen Franken neue Schulden, das sind gut 2,5 Milliarden Fränkli im Jahr oder -für uns- etwas mehr als 2 Milliarden Euro.
Deutschland macht im nächsten Jahr 20 Milliarden Schulden, da ist der Faktor zehn drin, D hat 80Mio Einwohner, die Schweiz 8, kommt der Faktor Dir bekannt vor?
Die Pro-Kopf-Schulden der Schweiz liegen bei 26.000 und ein paar gequetschten Franken, entspricht 22.000 Euronen. In D liegen sie bei 25.000. OK, ist mehr, aber nicht wirklich viel.
Wenn es der Schweiz also "blendend" geht und sie in Jahrtausenden nicht pleite geht, wie ist denn das mit D??? Gleiches Recht für alle????
Ansonsten: um den Kurs zu halten, kauft die Schweizerische Notenbank Euro mit frisch gedruckten Fränkli. Inzwischen haben sich da über 400 Milliarden Euro angehäuft. Wenn(!) der Euro zusammenbricht, trifft das auch die Schweiz (und denke an den Faktor zehn)
@dara: jetzt weiss ich auch, warum Du so schlechte Bewertungen bekommst. Du hast mich einfach nicht verstanden, dabei ist das doch gar nicht so kompliziert:
- das Geld, das wir den Griechen geben, das geht unseren Arbeitslosen NICHT verloren. Stattdessen wechseln die Arbeitslosen in einen Job, um für die Griechen zu produzieren und das erhöht die Binnennachfrage noch mehr...
Ich habe nicht gesagt, dass das besonders vernünftig ist. So oder so werden Schulden gemacht und das wird unangenehme Auswirkungen haben. Aber das liegt nicht (jedenfalls nicht nur) an den Griechen (Liebe Hellenen, Ihr möget mir verzeihen, dass ich nur Euch beim Namen nenne - es gilt für den ganzen Club Mediterranee)
@ing

Was du da machst ist einfach unseriös. Du kannst keine aktuellen Daten mit PROGNOSEN vergleichen. In diesem Jahr liegt wird die Nettokreditaufnahme Deutschlands bei 34,8 Milliarden Euro liegen hier Damit muss auch verglichen werden!
Ich weiss, warum ich mich nicht in diese Themen einmische. Selbst 5 mögliche Beitraege a 1000 Zeichen reichen nicht um alle Aspekte zu bediskutieren. Bei Weitem nicht.
Vielen Dank für die bisherigen Antworten. Aber meine Frage war, wieviel die Aufgabe der D-Mark gekostet hat.
@ ing 793
Na, das ist doch ein Schnäppchen, gemessen an allen anderen Alternativen.