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Noch Fragen?

Zur Kindergrundsicherung

A. Nahles beklagt, dass trotz hoher Ausgaben (200 Mrd. Euro) viele Kinder in der Grundsicherung seien. Daher schlägt sie eine Kindergrundsicherung vor. Je nach Gehalt der Eltern zwischen 320 und 620 Euro/Kind.

Sind denn nach einer solchen Erhöhung der Kindergrundsicherung nicht noch viel mehr Kinder in der Grundsicherung?

Und wie kann bei einer Pauschalisierung noch sichergestellt werden, dass das Geld bei den Kindern ankommt?

Bedeutet das, dass die Höhe des Existenzminimums angepasst wird?
Frage Nummer 3000112357
Antworten (5)
Ja, es sind dann mehr Kinder betroffen, sogar sehr viel mehr.
Genau genommen dann alle, wenn ich das richtig verstanden habe. Was dann dafür wegfällt (Kindergeld?), weiß ich nicht.
Aber formal gesehen sind die Kinder dann nicht mehr in der Grundsicherung des Sozialamtes, es kommt aus einem anderen Topf.
Was das "ankommen" bei den Kindern betrifft: Du verwechselt da etwas. Das Geld steht nicht den Kindern zu sondern den Eltern, so wie jetzt schon Kindergeld oder Steuerfreibetrag.
Ach, ing793! Geht denn irgend eine Replik einmal ohne Belehrung oder erhobenen Zeigefinger?

Verstanden habe ich, dass Grundsicherung nicht Grundsicherung ist. Die eine scheint böse zu sein, die andere gut. Wenn also später der "Paritätische" über Kinder in der Kindergrundsicherung spricht, wird er dies sicher voll Anerkennung für diese Regelung tun, oder?

Und es ist doch sehr wohl ein Unterschied, ob heute eine bedürftige Familie für ein Kind einen Schulranzen beantragen muss oder ob ein Betrag pauschal monatlich an die Eltern gezahlt wird. Der Schulranzen kommt ziemlich sicher an. Das Geld vielleicht. Das Mischsystem heute mit Sach- und Geldleistungen klingt für mich im ersten Schritt logischer als nur Geldleistungen.

Die Grundfrage ist scheinbar, ob Bedürftigen die Erstellung von Anträgen zugemutet werden kann. Heute hörte ich dazu das Argument, dass doch gerade die Bedürftigen andere Sorgen hätten als Anträge auszufüllen. Für wie valide haltet ihr den Punkt?
Ich sehe das ambivalent. Einerseits finde ich gut, wenn Familien für die Kinder mehr Geld zusteht. Andererseits sehe ich auch, dass das wohl nicht allen Kindern zugute käme.
Mit allem, was ich gleich schreibe, tue ich den meisten Eltern Unrecht. Aber mit der Gießkanne Geld zu verteilen, löst nicht die Probleme, die die Kinder betreffen, deren Eltern nicht zu den meisten gehören.
Bei diesen Kindern ist eben nicht gewährleistet, dass sie, wenn die Eltern mehr Geld für sie bekommen, auf der Klassenfahrt dabei sein können. Oder Nachhilfe oder ein warmes Essen bekommen. Das Geld wird im allgemeinen Haushaltsbudget verschwinden, für was auch immer. Und gerade diese Kinder muß man aus den Situationen, bei denen sie keine Teilhabe haben, herausholen.
Es wäre besser angelegtes Geld, wenn man den Steuerfreibetrag kürzt, der ja Geringverdienern wenig nützt, Gutverdienern aber überproportional mehr Netto beschert. Dafür könnte man Kindergeld etwas erhöhen und für alle Kinder kostenlose andere Angebote machen: Warmes Mittagessen, Nachmittagsbetreuung, Nachhilfe, Musikunterricht, Sport - auch im Verein, Schulische Veranstaltungen, Schulbus. Kita und Kindergarten kostenlos. Kindergartenpflicht ab vier.
Dann wird auch niemand diskriminiert.
@stechus: solltest Du das als "Belehrung" empfunden haben - das war gar nicht beabsichtigt. Manchmal kriege ich den Oberlehrer halt nicht aus mir raus ...

Ansonsten sehe ich das nicht ganz so ambivalent wie Elfi. Es gibt kaum ein Land der Welt, dass für die Familie insgesamt so viel Geld ausgibt und wo beim Kind trotzdem so wenig ankommt. Und warum? Weil es über die Eltern läuft und da im Budget verschwindet.
Man sollte die gesamte Ehe- und Familienförderung auf den Prüfstein stellen.
Die Steuervergünstigung ist dabei PillePalle. Selbst beim Bestverdiener mit Spitzensteuersatz kommt da gar nicht sooo viel mehr an als beim Pizzaboten. Lass es 65 Euro im Monat mehr sein, dafür kosten deren Kinder ja auch viel mehr ☺☺☺.
Tatsächlich sollte es eher in die Richtung gehen, den Kindern freie Angebote zu machen als den Eltern das Geld für die Bezahlung der Angebote zu geben.

Eine Grundsicherung in der genannten Höhe wie mit der Gießkanne auszuschütten halte ich jedenfalls für kompletten Unsinn.
Mag sein es wurde als Belehrung empfunden, die Erfahrung der letzten Jahre zeigt jedoch, bisher hat auch die beste Belehrung, selbst bei unbestrittenem Wahrheitsgehalt, noch nie gefruchtet. Jede Entschuldigung erübrigt sich damit.